Plaza del Dos de Mayo: Der Torbogen des Aufstands
Why is it significant?
Mitten auf dem Platz, zwischen Spielplatz und Café-Terrassen, steht ein einzelner Torbogen aus Ziegel und Stein, der nirgendwohin führt. Darunter stehen zwei Offiziere aus Marmor Seite an Seite, die Säbel in der Hand.
Key Facts
| Place | Plaza del Dos de Mayo: Der Torbogen des Aufstands |
|---|---|
| Address | Plaza del Dos de Mayo, 28004 Madrid, Spain |
| Geo Coordinates | 40.42700, -3.70410 |
| Part of Walk | Siegesgöttin, Wolkenkratzer und die Kirche der Deutschen: Gran Vía & Malasaña in Madrid |
| Generated | Generated |
Mitten auf dem Platz, zwischen Spielplatz und Café-Terrassen, steht ein einzelner Torbogen aus Ziegel und Stein, der nirgendwohin führt. Darunter stehen zwei Offiziere aus Marmor Seite an Seite, die Säbel in der Hand. Das wirkt fast wie eine Theaterszene... aber es ist das letzte Stück eines Schlachtfelds.
Hier stand der Parque de Artillería de Monteleón, ein Waffendepot im ehemaligen Palast der Herzöge von Monteleón. Am 2. Mai 1808 erhob sich Madrid gegen die Truppen Napoleons; den Funken hatte am Morgen der Versuch gezündet, die letzten Mitglieder der Königsfamilie aus dem Palast nach Frankreich zu bringen. Hier verschanzten sich die Artillerieoffiziere Luis Daoíz und Pedro Velarde mit Soldaten und Bürgern. Sie hielten den Park stundenlang gegen eine Übermacht. Beide fielen an diesem Tag, und der Bogen vor dir ist der Rest des alten Eingangstors.
Unter den Toten jenes Tages war auch Manuela Malasaña, eine Näherin, gerade einmal siebzehn Jahre alt. Wie genau sie starb, weiß niemand sicher. Die Legende erzählt, französische Soldaten hätten bei ihr eine Schere gefunden, das Werkzeug ihres Berufs, und sie deshalb als bewaffnete Aufständische erschossen. Ob Wahrheit oder Heldenlied: Das ganze Viertel trägt heute ihren Namen.
Gut hundertsiebzig Jahre später wurde derselbe Platz noch einmal zum Schauplatz eines Aufbruchs, diesmal ganz ohne Waffen. Nach dem Ende der Diktatur, Ende der Siebziger- und in den Achtzigerjahren, war Malasaña das Herz der Movida madrileña: Punkbands, Fanzines, Kneipen bis zum Morgengrauen, junge Filmemacher wie Pedro Almodóvar. Auf diesen Bänken wurde die neue Freiheit gefeiert, laut und knallbunt.
Goya hat die Ereignisse jener Maitage in zwei berühmten Bildern festgehalten, die heute im Prado hängen: den Kampf am 2. Mai und die Erschießungen in der Nacht danach. Die Wut, die er malte, begann in Straßen wie diesen. Geh jetzt nach Norden zur Calle de Manuela Malasaña und folge ihr nach Osten, bis zu einem großen Rondell, an dem eines der ältesten Cafés der Stadt wartet.