Museo del Prado: Dürer, Bosch und Velázquez
Why is it significant?
Vor dir sitzt Diego Velázquez in Bronze, die Palette in der Hand, und hinter ihm zieht sich fast zweihundert Meter lang die Fassade aus Backstein und hellem Stein: das Museo del Prado. Velázquez schaut nicht auf dich, sondern ein wenig zur Seite, als prüfe er gerade das Licht.
Key Facts
| Place | Museo del Prado: Dürer, Bosch und Velázquez |
|---|---|
| Address | Paseo del Prado s/n, 28014 Madrid, Spain |
| Geo Coordinates | 40.41370, -3.69270 |
| Part of Walk | Madrids Kunstmeile: Von Guernica über den Prado bis zum Kristallpalast im Retiro |
| Generated | Generated |
Vor dir sitzt Diego Velázquez in Bronze, die Palette in der Hand, und hinter ihm zieht sich fast zweihundert Meter lang die Fassade aus Backstein und hellem Stein: das Museo del Prado. Velázquez schaut nicht auf dich, sondern ein wenig zur Seite, als prüfe er gerade das Licht.
Gebaut wurde das Haus ab 1785 von Juan de Villanueva, im Auftrag Karls III., als Kabinett für Naturgeschichte. Dann kamen die napoleonischen Kriege, französische Truppen nutzten den halbfertigen Bau als Kaserne, und er wurde schwer beschädigt. Erst am 19. November 1819 öffnete es neu, diesmal als königliches Museum für Gemälde. Die Bilder stammen zum größten Teil aus den Sammlungen der spanischen Könige, und die haben drei Jahrhunderte lang gesammelt wie besessen. Heute besitzt der Prado Tausende Gemälde, von denen nur ein Teil gleichzeitig an den Wänden hängt.
Für dich als Deutschsprachigen gibt es drinnen eine besondere Begegnung: Albrecht Dürers Selbstbildnis von 1498. Ein junger Mann mit langen Locken, gestreifter Mütze und feinen Handschuhen schaut dich an, selbstbewusst wie ein Edelmann. Daneben hat er auf Deutsch geschrieben, dass er sich nach seiner Gestalt gemalt habe, sechsundzwanzig Jahre alt. Das Bild gehörte einst dem englischen König Karl I., und nach dessen Hinrichtung kaufte es der spanische Hof für Philipp IV. Dürers Adam und Eva hängen übrigens ebenfalls hier.
Und dann ist da Hieronymus Bosch. Sein Garten der Lüste ist ein Triptychon voller nackter Menschen, Riesenerdbeeren, Vögel und Musikinstrumente, die zu Folterwerkzeugen werden. Philipp II., der fromme und strenge König, liebte diese Bilder und ließ sie in den Escorial bringen. Klapp die Flügel in Gedanken zu: Außen ist die Welt am dritten Schöpfungstag gemalt, grau, still, als eine gläserne Kugel.
Und natürlich Las Meninas, 1656, das Bild, in dem Velázquez sich selbst beim Malen zeigt und der König nur als Spiegelbild auftaucht. Dazu Goyas schwarze Bilder, die er auf die Wände seines Landhauses malte. Jetzt geh aber am Museum entlang nach Norden, bis zum großen Kreisverkehr. Dort steht ein Meeresgott auf einem Muschelwagen.