Miradouro de Santa Luzia und Portas do Sol: Kacheln, Raben und ein Tor zur Sonne
Why is it significant?
Lehn dich über die Brüstung und lass den Blick fallen: Dächer aus rotem Ton, weiße Kirchtürme, Wäscheleinen, Kamine, und dahinter das breite, glänzende Band des Tejo, der sich flussaufwärts so weit öffnet, dass die Lissabonner ihn dort Mar da Palha nennen, das Strohmeer.
Key Facts
| Place | Miradouro de Santa Luzia und Portas do Sol: Kacheln, Raben und ein Tor zur Sonne |
|---|---|
| Address | Largo de Santa Luzia, 1100-487 Lisboa, Portugal |
| Geo Coordinates | 38.71180, -9.13040 |
| Part of Walk | Lissabons Alfama und das Castelo de São Jorge: Kreuzfahrer, Fado und verborgene Gassen |
| Generated | Generated |
Lehn dich über die Brüstung und lass den Blick fallen: Dächer aus rotem Ton, weiße Kirchtürme, Wäscheleinen, Kamine, und dahinter das breite, glänzende Band des Tejo, der sich flussaufwärts so weit öffnet, dass die Lissabonner ihn dort Mar da Palha nennen, das Strohmeer. Unter der Pergola lehnen Leute wie du, und irgendwo spielt garantiert jemand Gitarre.
Dreh dich jetzt zur Außenwand der kleinen Kirche Santa Luzia. Die Kirche gehört übrigens bis heute dem Malteserorden, den Rittern, die einst Pilger auf dem Weg ins Heilige Land beschützten. An ihrer Mauer hängen Bilder aus blau-weißen Kacheln, den Azulejos. Das eine zeigt den großen Platz am Fluss, den Terreiro do Paço, so wie er vor dem Erdbeben von 1755 aussah, mit dem Königspalast, den es heute nicht mehr gibt. Das andere zeigt eine Schlacht: christliche Ritter, die 1147 die maurische Burg stürmen.
Auf diesem Kachelbild siehst du einen Ritter, der sich in ein Burgtor wirft. Das ist Martim Moniz. Die Legende erzählt, er habe sich in den Spalt eines sich schließenden Tores geklemmt und dabei sein Leben geopfert, damit seine Kameraden hindurchstürmen konnten. Ob er wirklich gelebt hat, wissen Historiker nicht genau... aber Lissabon hat ihm trotzdem einen Platz und eine Metrostation gewidmet.
Ein paar Schritte weiter liegt das Largo das Portas do Sol, benannt nach einem Tor der alten Stadtmauer, das nach Osten zeigte, zur aufgehenden Sonne. Dort steht der heilige Vinzenz, der Schutzpatron der Stadt, mit einem Schiff im Arm und zwei Raben. Der Legende nach brachte man seine Reliquien 1173 aus dem äußersten Südwesten Portugals per Schiff nach Lissabon, und zwei Raben wichen dem Boot nicht von der Seite. Seitdem segeln Schiff und Raben durch das Stadtwappen, und du wirst sie in der ganzen Stadt wiederentdecken.
Jetzt kommt der Aufstieg, auf den hier alle Wege hinauslaufen. Folge den Schildern hinauf zum Castelo de São Jorge, durch die schmalen Gassen hinter dem Platz. Es geht gut dreihundert Meter steil bergan, also nimm dir Zeit... die Burg wartet seit fast tausend Jahren.