Largo do Chafariz de Dentro und Museu do Fado: Die Musik der Saudade
Why is it significant?
Du stehst auf einem weiten, hellen Platz, und vor dir siehst du einen alten Steinbrunnen mit seinen Wasserrohren. Daneben öffnet sich das Museu do Fado.
Key Facts
| Place | Largo do Chafariz de Dentro und Museu do Fado: Die Musik der Saudade |
|---|---|
| Address | Largo do Chafariz de Dentro 1, 1100-139 Lisboa, Portugal |
| Geo Coordinates | 38.71110, -9.12780 |
| Part of Walk | Lissabons Alfama und das Castelo de São Jorge: Kreuzfahrer, Fado und verborgene Gassen |
| Generated | Generated |
Du stehst auf einem weiten, hellen Platz, und vor dir siehst du einen alten Steinbrunnen mit seinen Wasserrohren. Daneben öffnet sich das Museu do Fado. Am Abend gehen in den Gassen ringsum die kleinen Lokale auf, in denen Fado gesungen wird, und dann wird es plötzlich mucksmäuschenstill, sobald jemand Silêncio ruft.
Der Brunnen heißt Chafariz de Dentro, der Brunnen drinnen, weil er innerhalb der Stadtmauer lag, die König Fernando im 14. Jahrhundert bauen ließ. Das Museum nebenan sitzt in einer ehemaligen Pumpstation der Wasserversorgung, und seit 1998 erzählt es die Geschichte einer Musik, die in genau diesen Gassen groß wurde.
Der Fado entstand im 19. Jahrhundert in den armen Vierteln Lissabons, in Tavernen und Hafenkneipen, gesungen von Seeleuten, Arbeitern und Frauen, über die die feine Gesellschaft lieber schwieg. Seine erste Legende war Maria Severa, die nur sechsundzwanzig Jahre alt wurde und von der man erzählt, ein Graf habe sie geliebt. Der Fado singt von Saudade, diesem kaum übersetzbaren Wort für die Sehnsucht nach etwas, das man verloren hat oder nie besaß.
Später lernte die Diktatur, den Fado zu nutzen. Fado, Fátima und Fußball, so spotteten Kritiker, seien die drei F, mit denen das Regime das Volk ruhig hielt. Liedtexte mussten der Zensur vorgelegt werden. Amália Rodrigues, die größte Stimme des Fado, wurde zum Weltstar, und nach der Revolution warf man ihr vor, eine Sängerin des Regimes gewesen zu sein... ein Vorwurf, über den bis heute gestritten wird. Das entscheidende Signal zur Nelkenrevolution in der Nacht zum 25. April 1974 war übrigens kein Fado, sondern ein Lied von Zeca Afonso im Radio: Grândola, Vila Morena.
2011 erklärte die UNESCO den Fado zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit. Hör bei Gelegenheit genau auf die Portugiesische Gitarre mit ihrem birnenförmigen Körper und zwölf Saiten, deren Klang perlt wie Wasser. Für den letzten Abschnitt verlässt du die Alfama: Geh nach Osten, parallel zum Fluss, gut fünfhundert Meter bis zu einem langen, hellen Bahnhofsgebäude.