Panteão Nacional: das Grab von Amália Rodrigues
Why is it significant?
Vor dir erhebt sich eine weiße Kirche mit einer gewaltigen Kuppel, die über den ganzen Osten der Stadt wacht. Das ist Santa Engrácia, heute das Panteão Nacional, und wenn ein Lissabonner von einer Baustelle sagt, sie sei wie die Obras de Santa Engrácia, dann meint er: Die wird nie fertig.
Key Facts
| Place | Panteão Nacional: das Grab von Amália Rodrigues |
|---|---|
| Address | Campo de Santa Clara, 1100 Lisboa, Portugal |
| Geo Coordinates | 38.71500, -9.12470 |
| Part of Walk | Wo der Fado geboren wurde: Mouraria, Graça und die Stimmen Lissabons |
| Generated | Generated |
Vor dir erhebt sich eine weiße Kirche mit einer gewaltigen Kuppel, die über den ganzen Osten der Stadt wacht. Das ist Santa Engrácia, heute das Panteão Nacional, und wenn ein Lissabonner von einer Baustelle sagt, sie sei wie die Obras de Santa Engrácia, dann meint er: Die wird nie fertig.
Der Spruch hat einen guten Grund. Mit dem Bau der Kirche wurde 1682 begonnen, und fertig wurde sie erst 1966, unter dem Estado Novo, fast drei Jahrhunderte später. Dazwischen lagen Geldmangel, Erdbeben, Revolutionen und mehrere Generationen von Baumeistern. Die Kuppel, die du heute siehst, kam erst ganz am Ende hinzu. Und erst im 20. Jahrhundert wurde die unvollendete Kirche zum Nationalpantheon bestimmt.
Im Inneren ruhen Menschen, denen Portugal nationale Ehre erweist: Präsidenten, Schriftsteller, der Fußballer Eusébio. Und eine Frau, mit der dieser Spaziergang enden muss: Amália Rodrigues. Sie wurde 1920 in Lissabon geboren, verkaufte als Mädchen Obst am Hafen und wurde zur Stimme, die den Fado in die Welt trug, von Paris bis New York und Tokio. Lieder wie Barco Negro machten sie in den 1950er-Jahren international berühmt.
Als sie am 6. Oktober 1999 starb, ordnete die Regierung drei Tage Staatstrauer an, und Zehntausende begleiteten ihren Sarg. 2001 wurde sie hierher überführt, als erste Frau im Nationalpantheon. Ihr Grab liegt nur wenige Hundert Meter von den Gassen entfernt, in denen Maria Severa anderthalb Jahrhunderte zuvor gesungen hatte. Von der Taverne zur Kuppel, vom Lied der Gosse zur Nationalehre: Das ist der ganze Weg des Fado.
Wenn du die Treppen bis zur Terrasse unter der Kuppel hinaufsteigst, siehst du den Tejo, das Hafenviertel und das Dächermeer, durch das du heute gelaufen bist. Irgendwo dort unten wird heute Abend wieder jemand eine Gitarre stimmen, das Licht dämpfen und um Ruhe bitten. Geh hin, setz dich dazu und hör zu... denn den Fado versteht man nicht beim Lesen, sondern nur mit geschlossenen Augen.