Mosteiro de São Vicente de Fora

Why is it significant?

Vor dir steigt eine helle Fassade mit zwei Türmen auf, streng und gleichmäßig, als hätte jemand Ordnung in das Chaos der Hügel bringen wollen. Der Name verrät schon die Lage: São Vicente de Fora, der heilige Vinzenz von außerhalb, weil das Kloster einst vor den Stadtmauern lag.

Key Facts

PlaceMosteiro de São Vicente de Fora
AddressLargo de São Vicente, 1100 Lisboa, Portugal
Geo Coordinates38.71470, -9.12750
Part of WalkWo der Fado geboren wurde: Mouraria, Graça und die Stimmen Lissabons
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Vor dir steigt eine helle Fassade mit zwei Türmen auf, streng und gleichmäßig, als hätte jemand Ordnung in das Chaos der Hügel bringen wollen. Der Name verrät schon die Lage: São Vicente de Fora, der heilige Vinzenz von außerhalb, weil das Kloster einst vor den Stadtmauern lag.

Die Geschichte beginnt wieder 1147. Afonso Henriques gründete hier nach der Eroberung ein Kloster für die Kreuzfahrer, die bei der Belagerung gefallen waren. Der heutige Bau ist viel jünger: Er entstand ab 1582, als Portugal unter der spanischen Krone stand und König Philipp II. sich in Lissabon mit einem prächtigen Bau in Erinnerung bringen wollte. Ein portugiesisches Nationalsymbol, bezahlt von einem spanischen König... auch das ist Lissabon. Der heilige Vinzenz ist übrigens der Stadtpatron: Der Legende nach begleiteten zwei Raben das Boot mit seinen Reliquien nach Lissabon, und bis heute segeln sie im Stadtwappen.

Das eigentliche Wunder sind die Kacheln. In den Kreuzgängen und Gängen des Klosters hängt eine der größten Sammlungen barocker Azulejos der Welt, blau und weiß, aus dem 18. Jahrhundert. Besonders berühmt sind die Kachelbilder zu den Fabeln von La Fontaine: der Fuchs und der Rabe, die Grille und die Ameise, als hätte jemand ein Kinderbuch an die Wand gekachelt.

Im alten Speisesaal ruhen die Könige der Dynastie Bragança, die Portugal von 1640 bis zum Ende der Monarchie 1910 regierte. Unter ihnen liegen auch König Carlos I. und sein Sohn, der Thronfolger Luís Filipe, die 1908 auf der Praça do Comércio erschossen wurden. Zwei Jahre später war Portugal eine Republik.

Und auf dem Campo de Santa Clara hinter dem Kloster liegt dienstags und samstags die Feira da Ladra, der Flohmarkt der Diebin, wo zwischen alten Schallplatten oft Fado-Aufnahmen aus den 1950er-Jahren liegen. Wer sucht, findet manchmal eine alte Single von Amália für ein paar Münzen. Geh jetzt am Kloster vorbei die Straße hinunter in Richtung Campo de Santa Clara, bis eine gewaltige weiße Kuppel vor dir auftaucht.

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