Igreja e Miradouro da Graça
Why is it significant?
Unter den Pinien der Terrasse vor der Kirche öffnet sich der Blick nach Westen: die Burg links, gegenüber das Bairro Alto, unten die Dächer der Baixa. Hinter dir steht eine große, ernste Kirche mit einem schlanken Glockenturm, und auf der Terrasse sitzen Leute mit einem Glas in der Hand.
Key Facts
| Place | Igreja e Miradouro da Graça |
|---|---|
| Address | Largo da Graça, 1170 Lisboa, Portugal |
| Geo Coordinates | 38.71640, -9.13130 |
| Part of Walk | Wo der Fado geboren wurde: Mouraria, Graça und die Stimmen Lissabons |
| Generated | Generated |
Unter den Pinien der Terrasse vor der Kirche öffnet sich der Blick nach Westen: die Burg links, gegenüber das Bairro Alto, unten die Dächer der Baixa. Hinter dir steht eine große, ernste Kirche mit einem schlanken Glockenturm, und auf der Terrasse sitzen Leute mit einem Glas in der Hand.
Die Augustiner ließen sich hier schon im 13. Jahrhundert nieder, 1271, auf dem Hügel, der damals noch weit vor der Stadt lag. Ihr Kloster wurde eines der reichsten Lissabons. Das Erdbeben von 1755 zerstörte große Teile davon, und was du heute siehst, ist weitgehend ein Wiederaufbau aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
In der Kirche wird eine Christusfigur verehrt, der Senhor dos Passos da Graça, der sein Kreuz trägt. Seit dem späten 16. Jahrhundert zieht mit ihm in der Fastenzeit eine Prozession durch die Straßen, und an diesem Tag ist der Platz voller Menschen in Violett. Sie erinnert an den Leidensweg Christi und gehört zu den feierlichsten der Stadt. Nachdem 1834 die Klöster in Portugal aufgelöst wurden, wurde das Kloster nebenan zur Kaserne, ein ziemlich krasser Rollenwechsel für einen Ort des Gebets.
Die Aussichtsterrasse trägt offiziell den Namen von Sophia de Mello Breyner Andresen, einer der großen Dichterinnen Portugals. Sie schrieb über das Meer, das Licht und die Freiheit, und eines ihrer Gedichte über den 25. April 1974 wird bis heute an Schulen gelesen. Musik und Dichtung liegen in Lissabon eng beieinander: Viele Fados, die Amália Rodrigues später sang, waren Gedichte großer Autoren, die erst durch sie auf die Straße kamen.
Graça war immer das Viertel der Arbeiter, der Feste und der Tavernen, ein wenig höher und ein wenig luftiger als die Mouraria. An Sommerabenden hört man von den Terrassen und aus den Tavernen immer noch Gitarren. Jetzt geht es ostwärts: Folge der Rua da Voz do Operário gut 350 Meter bergab, bis vor dir die weiße Fassade eines riesigen Klosters mit zwei Türmen auftaucht.