Castelo de São Jorge: Die Belagerung von 1147 und die Kreuzfahrer vom Rhein
Why is it significant?
Du stehst jetzt auf dem Waffenplatz der Burg, zwischen alten Kanonen und Pinien, und vor dir liegt ganz Lissabon ausgebreitet, von der großen Brücke im Westen bis zu den Hügeln am anderen Ufer. Pfauen stolzieren über die Wege, als gehörte ihnen der Laden.
Key Facts
| Place | Castelo de São Jorge: Die Belagerung von 1147 und die Kreuzfahrer vom Rhein |
|---|---|
| Address | Rua de Santa Cruz do Castelo, 1100-129 Lisboa, Portugal |
| Geo Coordinates | 38.71330, -9.13370 |
| Part of Walk | Lissabons Alfama und das Castelo de São Jorge: Kreuzfahrer, Fado und verborgene Gassen |
| Generated | Generated |
Du stehst jetzt auf dem Waffenplatz der Burg, zwischen alten Kanonen und Pinien, und vor dir liegt ganz Lissabon ausgebreitet, von der großen Brücke im Westen bis zu den Hügeln am anderen Ufer. Pfauen stolzieren über die Wege, als gehörte ihnen der Laden. In der Nähe steht in Bronze ein Mann mit Schwert und Schild: Afonso Henriques, Portugals erster König.
Im Sommer 1147 lag hier oben eine maurische Festung, und unten auf dem Fluss ankerte eine Flotte von weit über hundert Schiffen. An Bord waren Kreuzfahrer auf dem Weg ins Heilige Land: Engländer, Normannen, Flamen... und Männer aus Köln und dem Rheinland. Afonso Henriques überredete sie zu einem Umweg, sein Angebot lautete sinngemäß: Helft mir, Lissabon zu erobern, und die Beute gehört euch. Von Juli bis in den Oktober dauerte die Belagerung.
Wir kennen sie so genau, weil ein englischer Priester, ein Augenzeuge, alles in einem langen Bericht festhielt. Er erzählt, wie die Deutschen und Flamen im Osten Stollen unter die Mauer gruben, bis ein Stück davon einstürzte, und wie die Engländer im Westen einen Belagerungsturm heranschoben. Ende Oktober kapitulierte die ausgehungerte Stadt. Und er klagt auch: Die Kölner und die Flamen hätten sich nicht an die Abmachungen gehalten und die Stadt geplündert.
Einer der Gefallenen war ein Ritter aus Bonn namens Heinrich. Die Legende erzählt, auf seinem Grab im Friedhof der Kreuzfahrer sei eine Palme gewachsen, deren Zweige Kranke heilten. Aus jenem Friedhof ging später das Kloster São Vicente de Fora hervor, dessen weiße Fassade du von hier aus im Osten erkennen kannst. Ein Stück Rheinland liegt also bis heute in Lissabons Boden.
Die Burg diente danach lange als Königssitz, bis Manuel I. Anfang des 16. Jahrhunderts in einen neuen Palast am Fluss zog. Ihren Namen bekam sie, als Portugal sich mit England verbündete: São Jorge, nach dem englischen Schutzheiligen Georg. Viele der perfekten Zinnen, die du hier siehst, sind übrigens eine Rekonstruktion aus der Zeit der Diktatur um 1940... mittelalterlicher als das Mittelalter. Geh jetzt durch das Burgtor hinaus und gleich in die stillen Gassen des kleinen Viertels innerhalb der Mauern.