Jardim das Amoreiras & der Bogen des Aquädukts

Why is it significant?

Über die Bäume dieses kleinen Gartens zieht sich eine Reihe hoher Steinbögen, die irgendwo hinter den Häusern beginnt und hier, mitten in der Stadt, plötzlich endet. Unter den Kronen sitzen Rentner beim Kartenspiel, Kinder fahren Roller, und kaum jemand blickt nach oben.

Key Facts

PlaceJardim das Amoreiras & der Bogen des Aquädukts
AddressPraça das Amoreiras, 1250 Lisboa, Portugal
Geo Coordinates38.72210, -9.15700
Part of WalkGrünes Lissabon: Wasser, Gärten und Bäume von Amoreiras bis Estrela
GeneratedGenerated

Open the walk

Über die Bäume dieses kleinen Gartens zieht sich eine Reihe hoher Steinbögen, die irgendwo hinter den Häusern beginnt und hier, mitten in der Stadt, plötzlich endet. Unter den Kronen sitzen Rentner beim Kartenspiel, Kinder fahren Roller, und kaum jemand blickt nach oben.

Diese Bögen sind das Ende einer gewaltigen Reise. Das Aqueduto das Águas Livres, das Aquädukt der freien Wasser, bringt Quellwasser aus den Hügeln nordwestlich von Lissabon in die Stadt. König João V. ließ es ab 1731 bauen, bezahlt mit einer Sondersteuer auf Fleisch, Wein und Olivenöl, und 1748 floss das erste Wasser. Draußen im Tal von Alcântara stehen seine höchsten Bögen, über sechzig Meter hoch. Mit allen Nebenleitungen war das Netz mehr als fünfzig Kilometer lang.

Und dann kam 1755 das Erdbeben. Kirchen, Paläste, ganze Viertel stürzten ein... aber das Aquädukt blieb stehen. Für die Menschen damals war das fast ein Wunder, für Ingenieure ist es bis heute ein Lehrstück. Schau dir an dieser Stelle auch den Triumphbogen über der Straße an: Er feiert die Ankunft des Wassers, und in die Bögen ist sogar eine winzige Kapelle eingebaut.

Der Name des Platzes erzählt eine zweite Geschichte. Amoreiras heißt Maulbeerbäume. Unter dem Marquês de Pombal wurden hier im 18. Jahrhundert Maulbeerbäume gepflanzt, weil ihre Blätter die Seidenraupen der königlichen Seidenmanufaktur im nahen Rato ernähren sollten. Portugal wollte keine teure Seide mehr importieren, sondern selbst weben, und dieser Garten war ein Teil davon.

In den alten Werkstätten am Rand des Platzes ist heute ein Museum für die Malerin Maria Helena Vieira da Silva und ihren Mann Arpad Szenes untergebracht, Lissabonnerin die eine, Ungar der andere. Vieira da Silva malte Städte wie Labyrinthe aus Linien, und wer Lissabons Gassen kennt, versteht ihre Bilder sofort. Dieser Spaziergang folgt heute dem Wasser, den Bäumen und den Gärten von Lissabon. Geh jetzt ein paar Schritte die Mauer entlang zu dem massiven Steinbau am Ende des Platzes, in dem das Wasser des Aquädukts ankam.

Nearby stories