Reservatório da Mãe d'Água das Amoreiras

Why is it significant?

Von außen sieht dieser Steinbau aus wie ein Lagerhaus oder eine Festung, schwer, fast fensterlos. Aber wenn du drinnen stehst, hörst du plötzlich Wasser plätschern, und vor dir liegt ein stiller, grünlich schimmernder See unter hohen Gewölben.

Key Facts

PlaceReservatório da Mãe d'Água das Amoreiras
AddressPraça das Amoreiras 10, 1250 Lisboa, Portugal
Geo Coordinates38.72130, -9.15570
Part of WalkGrünes Lissabon: Wasser, Gärten und Bäume von Amoreiras bis Estrela
GeneratedGenerated

Open the walk

Von außen sieht dieser Steinbau aus wie ein Lagerhaus oder eine Festung, schwer, fast fensterlos. Aber wenn du drinnen stehst, hörst du plötzlich Wasser plätschern, und vor dir liegt ein stiller, grünlich schimmernder See unter hohen Gewölben.

Das ist die Mãe d'Água, die Mutter des Wassers, der Hauptspeicher am Ende des Aquädukts. Geplant wurde sie ab 1746 von Carlos Mardel, einem in Ungarn geborenen Architekten, der später auch beim Wiederaufbau der Baixa nach dem Erdbeben mitwirkte. Fertig wurde sie aber erst 1834, fast neunzig Jahre später. Der Bau zog sich durch Erdbeben, Kriege und leere Kassen. In Lissabon braucht gutes Wasser eben Geduld.

Das Becken fasst rund 5.500 Kubikmeter Wasser, bei einer Tiefe von etwa siebeneinhalb Metern. Das Wasser stürzt über eine künstliche Felskaskade in den Speicher, und von hier wurde es auf die Brunnen der Stadt verteilt. Drinnen ist es kühl, und das leise Rauschen hallt von den Steinwänden wider wie in einer Kathedrale. Steig, wenn du kannst, auf das Dach: Von oben siehst du die Stadt bis zum Tejo und die Linie, die das Wasser von hier aus bergab nahm.

Das Aquädukt hat auch eine dunkle Legende. In den 1830er-Jahren soll ein Mann namens Diogo Alves Wanderer auf dem schmalen Fußweg über den Bögen von Alcântara ausgeraubt und in die Tiefe gestürzt haben. Wie viele Opfer es wirklich waren, weiß niemand genau, die Zahlen in den Erzählungen schwanken stark. Gehängt wurde er 1841 für andere Morde, und sein Kopf wird bis heute in einem Glas mit Konservierungsflüssigkeit an der Universität aufbewahrt... der Fußweg aber wurde danach gesperrt.

Heute gehört die Mãe d'Água zum Wassermuseum, und in dieser Halle finden Ausstellungen und Konzerte statt. Bevor das Aquädukt kam, war sauberes Trinkwasser in Lissabon ein Luxus, und Krankheiten aus verschmutzten Brunnen gehörten zum Alltag. Folge dem Wasser jetzt die Rua das Amoreiras hinunter zum Largo do Rato, wo es an einem der alten Brunnen wieder ans Licht kam.

Nearby stories