Forte do Bom Sucesso: Die Namen der Kolonialkriege

Why is it significant?

Vor dir liegt eine niedrige Festung aus grauem Stein, flach geduckt am Ufer, und davor eine moderne Gedenkstätte mit einer Flamme, die nicht erlischt. An den Mauern ringsum stehen Namen, Reihe um Reihe, Tausende Namen, eingraviert in Stein.

Key Facts

PlaceForte do Bom Sucesso: Die Namen der Kolonialkriege
AddressAvenida Brasília, 1400-038 Lisboa, Portugal
Geo Coordinates38.69240, -9.21780
Part of WalkLissabon-Belém und die Entdecker: Weltreich, Gewürze und die andere Seite der Geschichte
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Vor dir liegt eine niedrige Festung aus grauem Stein, flach geduckt am Ufer, und davor eine moderne Gedenkstätte mit einer Flamme, die nicht erlischt. An den Mauern ringsum stehen Namen, Reihe um Reihe, Tausende Namen, eingraviert in Stein. Manchmal siehst du ältere Männer, die nach einem bestimmten Namen suchen, mit dem Finger über den Stein fahren und dann ganz still werden.

Das Forte do Bom Sucesso wurde Ende des 18. Jahrhunderts gebaut, um gemeinsam mit dem Turm die Einfahrt in den Tejo zu sichern. Heute beherbergt die Festung ein Museum der Veteranen, und davor wurde 1994 dieses Denkmal eingeweiht, für die Soldaten, die in Übersee gefallen sind. Übersee, das klingt fern und abstrakt. Gemeint sind Angola, Guinea-Bissau und Mosambik.

Ab 1961 kämpften dort Befreiungsbewegungen für die Unabhängigkeit, und das Regime in Lissabon, das sich weigerte, die Kolonien aufzugeben, schickte Hunderttausende junge Männer in einen Krieg an drei Fronten. Mehr als achttausend portugiesische Soldaten kamen ums Leben, ihre Namen stehen hier. Die Zahl der getöteten Afrikaner, Kämpfer wie Zivilisten, war um ein Vielfaches höher, und ihre Namen stehen auf keiner Wand in Lissabon.

Am Ende zermürbte der Krieg die Armee selbst. In der Nacht zum 25. April 1974 putschten junge Hauptleute, die genug hatten, und stürzten die Diktatur, fast ohne Blutvergießen. Die Menschen steckten den Soldaten rote Nelken in die Gewehrläufe, daher der Name Nelkenrevolution. Innerhalb von etwa anderthalb Jahren wurden die afrikanischen Kolonien unabhängig, und Hunderttausende Portugiesen kehrten aus Afrika zurück, oft mit kaum mehr als einem Koffer.

Damit schließt sich der Kreis dieser Wanderung. Vom Kloster, das aus dem Gewinn der Gewürze gebaut wurde, über das Denkmal der Entdecker bis zu diesen Namen am Ufer: Hier, wo die Karavellen aufbrachen, ging das portugiesische Weltreich auch zu Ende. Bleib noch einen Moment stehen und schau auf den Fluss, der die Schiffe der Entdecker und später die Truppentransporter hinausgetragen hat. Unsere Wanderung durch Belém endet hier.

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