Kanonicza-Straße und das Długosz-Haus
Why is it significant?
Schlendere durch die geschwungene Kanonicza-Straße, wo die Zeit im Glanz der Renaissance und des Barock stillzustehen scheint. Seit dem 14. Jahrhundert war diese Gasse den Domherren des Wawel-Kapitels vorbehalten, wohlhabenden Gelehrten und hochrangigen Würdenträgern.
Key Facts
| Place | Kanonicza-Straße und das Długosz-Haus |
|---|---|
| Address | ul. Kanonicza 25, 31-002 Kraków, Poland |
| Geo Coordinates | 50.05560, 19.93760 |
| Part of Walk | Der Königsweg von Krakau: Vom Barbakan zum Wawelschloss |
| Generated | Generated |
Schlendere durch die geschwungene Kanonicza-Straße, wo die Zeit im Glanz der Renaissance und des Barock stillzustehen scheint. Seit dem 14. Jahrhundert war diese Gasse den Domherren des Wawel-Kapitels vorbehalten, wohlhabenden Gelehrten und hochrangigen Würdenträgern. Sie wandelten ihre Residenzen in Stadtpaläste mit toskanischen Arkadenhöfen, Wappenportalen und bemalten Holzbalkendecken um. Über diese Straße schritten die Monarchen für die letzten festlichen Schritte vor dem Aufstieg zur Wawelburg. Das unebene Kopfsteinpflaster dämpft die Geräusche der modernen Stadt und lädt zum aufmerksamen Verweilen ein.
Am Ende der Straße, bei Nummer 25 direkt am Fuße der Schlossmauer, steht das Haus von Jan Długosz, dem bedeutendsten Chronisten Polens. Długosz, Domherr und Prinzenerzieher der Söhne von König Kasimir IV., verfasste hier zwischen 1455 und 1480 seine monumentalen zwölf Bücher der Annales. Das Gebäude besticht durch ein spätgotisches Steinportal mit dem Horaz-Zitat: Nichts ist dem Menschen besser als ein aufrechter Geist. Aus den Fenstern seines Arbeitszimmers blickte der Historiker direkt auf die Wawel-Türme, während er künftige Könige von Polen, Böhmen und Ungarn unterrichtete.
In den Nachbarhäusern Nummer 19 und 21 wohnte Karol Wojtyła von 1951 bis 1967, zunächst als Ethikprofessor und später als Weihbischof von Krakau. Heute beherbergen die Gebäude das Erzdiözesanmuseum, in dem Wojtyłas bescheidene Wohnräume samt Schreibtisch, Büchern und Holzskiern besichtigt werden können. Das Museum verwahrt zudem die berühmte Schöne Madonna von Krużlowa, ein Meisterwerk der mitteleuropäischen Gotik um 1410. Hier entstanden grundlegende Schriften zur christlichen Sozialethik.
Bewundere die toskanischen Renaissance-Arkaden im Hof des Florian-Palastes bei Nummer 18, die der Werkstatt von Bartolomeo Berrecci zugeschrieben werden. Die Kanonicza-Straße blieb von Kriegszerstörungen verschont und bewahrte ihr geschlossenes historisches Architekturensemble. Die stille Würde dieser Höfe atmet den Geist mitteleuropäischer Bildungstradition. Jedes Wappen über den Portalen erzählt von den bedeutendsten Adelsfamilien der Adelsrepublik.
Folge dem Pflaster nun bis zum Südende und steige die gemauerte Auffahrtsrampe zum Wawelhügel hinauf. Vor dir erheben sich die mächtigen Schlossmauern und die Türme der Krönungskathedrale.