Die Drachenhöhle und der feuerspeiende Wawel-Drache
Why is it significant?
Steige hinab in die kühlen Tiefen der Smocza Jama, der Drachenhöhle, die sich über zweihundertsiebzig Meter durch das Kalkgestein des Wawels windet. Diese natürliche Karsthöhle entstand vor Jahrmillionen durch die erosive Kraft unterirdischer Weichselgewässer.
Key Facts
| Place | Die Drachenhöhle und der feuerspeiende Wawel-Drache |
|---|---|
| Address | Wawel 5, 31-001 Kraków, Poland |
| Geo Coordinates | 50.05300, 19.93360 |
| Part of Walk | Der Königsweg von Krakau: Vom Barbakan zum Wawelschloss |
| Generated | Generated |
Steige hinab in die kühlen Tiefen der Smocza Jama, der Drachenhöhle, die sich über zweihundertsiebzig Meter durch das Kalkgestein des Wawels windet. Diese natürliche Karsthöhle entstand vor Jahrmillionen durch die erosive Kraft unterirdischer Weichselgewässer. Im Mittelalter wurde sie zum Schauplatz der berühmtesten Ursprungslegende Krakaus, erstmals aufgezeichnet von Bischof Wincenty Kadłubek im 13. Jahrhundert. Der Sage nach hauste in dieser finsteren Höhle ein gefräßiges Ungeheuer, das die Stadt mit täglichem Tribut an Vieh und Jungfrauen terrorisierte.
Da kein kühner Ritter das Ungetüm bezwingen konnte, ersann der schlaue Schuhmachergeselle Skuba eine listige Kriegslist. Er stopfte ein Schafsfell mit Schwefel und brennbarem Teer aus und legte die verlockende Beute frühmorgens vor den Höhleneingang. Der Drache verschlang das Schaf gierig; alsbald entzündete der Schwefel ein rasendes Feuer in seinen Eingeweiden, sodass er zur Weichsel eilte, um seinen Durst zu löschen. Er trank und trank so gewaltige Mengen Flusswasser, bis sein aufgeblähter Bauch mit lautem Knall barst und die Stadt für immer befreit war.
Im 16. und 17. Jahrhundert beherbergte der untere Höhlenausgang eine berüchtigte Schänke und ein Freudenhaus für Weichselschiffer und Reisende. Der Dichter Jan Kochanowski widmete den heiteren Umtrieben in der Höhlentaverne launige Verse. Trittst du aus der Felsspalte ans Ufer, stehst du vor dem bronzenen Wawel-Drachen, den Bildhauer Bronisław Chromy 1972 schuf. Zur Freude von Groß und Klein speit die sechsfüßige Echse alle paar Minuten echte Gasflammen in die Luft.
Die Drachenfigur ist zum beliebtesten Wappenzeichen und Botschafter Krakaus in der ganzen Welt geworden. Hinter dem Märchen verbirgt sich der Triumph des menschlichen Erfindergeistes und bürgerlicher Klugheit über rohe Naturzerstörung. Die Höhle schlägt eine faszinierende Brücke zwischen geologischer Urzeit und slawischer Mythenwelt.
Spaziere nun auf dem gepflasterten Uferboulevard südwärts entlang des Flussbogens. Vor dir entfaltet sich das schönste Postkartenpanorama auf die trutzigen Mauern des Wawels.