Topkapı-Palast: Vor dem Tor der Begrüßung

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Vor dir erhebt sich ein Tor mit zwei spitzen, achteckigen Türmen, fast wie aus einer mittelalterlichen Burg. Das ist Babüsselam, das Tor der Begrüßung, der Eingang zum zweiten Hof des Topkapı-Palastes. Bis hierher durfte im Osmanischen Reich beinahe jeder kommen. Ab hier wurde es ernst.

Key Facts

PlaceTopkapı-Palast: Vor dem Tor der Begrüßung
AddressCankurtaran Mahallesi, Topkapı Sarayı, Babüsselam, 34122 Fatih/İstanbul, Türkiye
Geo Coordinates41.01090, 28.98260
Part of WalkIstanbul der Sultane: Topkapı, Gülhane und die Hohe Pforte
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Vor dir erhebt sich ein Tor mit zwei spitzen, achteckigen Türmen, fast wie aus einer mittelalterlichen Burg. Das ist Babüsselam, das Tor der Begrüßung, der Eingang zum zweiten Hof des Topkapı-Palastes. Bis hierher durfte im Osmanischen Reich beinahe jeder kommen. Ab hier wurde es ernst.

Durch dieses Tor ritt nur einer: der Sultan. Alle anderen, ob Großwesir oder ausländischer Botschafter, stiegen vorher vom Pferd und gingen zu Fuß weiter. Mehmed II., der Eroberer, ließ den Palast nach 1453 auf dieser Landspitze errichten, und fast vier Jahrhunderte lang war er das Zentrum der Macht. Erst 1856 zog Sultan Abdülmecid in den neuen Dolmabahçe-Palast am Bosporus um. Seit 1924 ist Topkapı ein Museum.

Hinter dem Tor liegt der zweite Hof mit dem Divan, dem Kuppelsaal, in dem der kaiserliche Rat tagte. Der Sultan konnte durch ein vergittertes Fenster hoch über den Wesiren zuhören, ohne gesehen zu werden; keiner wusste, ob er gerade dahinter saß. Gleich daneben beginnt der Harem, eine Stadt für sich mit Hunderten von Räumen, Höfen und Korridoren. Dort lebten die Mutter des Sultans, die Valide Sultan, seine Frauen, Kinder und Dienerinnen, bewacht von Eunuchen.

Dort lag auch der berüchtigte Kafes, der Käfig: Gemächer, in denen ab dem 17. Jahrhundert die Prinzen lebten, abgeschirmt von der Welt, damit sie dem regierenden Sultan nicht gefährlich wurden. Manche verbrachten Jahrzehnte dort und kamen als Fremde auf den Thron. Europa malte sich den Harem dagegen als Ort der Fantasie aus. Mozarts Entführung aus dem Serail, 1782 in Wien uraufgeführt, spielt genau mit diesen Bildern... mit dem Alltag dieses Hauses hatte sie wenig zu tun.

Noch weiter innen, im dritten und vierten Hof, liegen die Schatzkammer mit dem berühmten Topkapı-Dolch und dem Löffelmacher-Diamanten, die Kammer der heiligen Reliquien und Pavillons mit Blick über den Bosporus. Du musst nicht hineingehen, um die Ordnung des Ganzen zu verstehen: Je weiter innen, desto näher am Sultan, desto weniger Menschen. Dreh dich jetzt um und geh im ersten Hof zurück, vorbei an alten Platanen, zu einer Kirche aus rotem Ziegel.

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