Mosaikenmuseum und Arasta-Basar

Why is it significant?

Lauf die schmale Ladenstraße mit den Teppichen und Keramikschalen entlang und tritt dann durch die unscheinbare Tür ins Museum.

Key Facts

PlaceMosaikenmuseum und Arasta-Basar
AddressSultan Ahmet, Torun Sk., 34122 Fatih/İstanbul, Türkiye
Geo Coordinates41.00430, 28.97740
Part of WalkSultanahmet und Byzanz: Von der Konstantinssäule über den Deutschen Brunnen zur Hagia Sophia in Istanbul
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Lauf die schmale Ladenstraße mit den Teppichen und Keramikschalen entlang und tritt dann durch die unscheinbare Tür ins Museum. Vor dir liegt ein Fußboden, der vor rund fünfzehnhundert Jahren gelegt wurde: ein Hirte, der eine Ziege melkt, ein Elefant im Kampf mit einem Löwen, ein Adler, der eine Schlange in den Fängen hält.

Die Ladenstraße heißt Arasta-Basar. Sie wurde im 17. Jahrhundert als Teil der Stiftung der Blauen Moschee angelegt, und die Mieten der Läden halfen, die Moschee zu unterhalten. Ein kluges System: Frömmigkeit und Geschäft gingen Hand in Hand. Arasta ist übrigens genau das Wort für eine solche Ladenzeile, die zu einer Moschee gehört. Unter genau diesen Läden aber lag ein Teil des Großen Palastes der byzantinischen Kaiser, vergessen unter Schutt und Häusern.

In den 1930er-Jahren gruben Archäologen der schottischen Universität St Andrews hier und stießen auf den Mosaikboden eines riesigen Säulenhofs. Er besteht aus unzähligen winzigen Steinwürfeln und stammt vermutlich aus dem 5. oder 6. Jahrhundert. Kein Heiliger, keine Bibelszene, sondern Jagd, Landleben, Fabelwesen, Kinder beim Spiel. Das ist das weltliche Vergnügen eines Kaiserhofs, mit einem Blick für Tiere, der fast modern wirkt.

Als man den Boden fand, war er in schlechtem Zustand, und Feuchtigkeit nagte an ihm. In den 1980er- und 1990er-Jahren lösten österreichische Restauratoren die Mosaiken Stück für Stück ab, festigten sie und legten sie wieder zurück. Mühsame Arbeit, aber so blieb ein seltenes Stück Alltag erhalten: der Boden, über den Höflinge, Diener und Kaiser tatsächlich gegangen sind. Stell dir vor, wie hier Gesandte aus Persien oder aus dem Frankenreich warteten, bis man sie vorließ, und dabei auf die Tiere zu ihren Füßen starrten. Erhalten ist nur ein Bruchteil des ursprünglichen Bodens, der Rest liegt vermutlich noch unter den Häusern ringsum.

Mein Lieblingsdetail ist ein bärtiges Gesicht zwischen Akanthusranken, dessen Schnurrbart sich in Blätter zu verwandeln scheint. Niemand weiß sicher, wen es darstellt. Wenn du wieder draußen bist, geh am Ende der Ladenstraße die Treppen hinauf. Über dir erheben sich Kuppel um Kuppel und sechs Minarette: die Blaue Moschee.

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