Ruinen des Bukoleon-Palastes
Why is it significant?
Bleib an der Uferstraße stehen und schau auf die Stadtmauer: große Fensteröffnungen mit Marmorrahmen, darunter Steinkonsolen für einen Balkon, und dahinter... nichts. Kein Saal, kein Dach, nur Himmel und ein paar Büsche, die aus den Fugen wachsen.
Key Facts
| Place | Ruinen des Bukoleon-Palastes |
|---|---|
| Address | Sultan Ahmet, Kennedy Cd., 34122 Fatih/İstanbul, Türkiye |
| Geo Coordinates | 41.00240, 28.97580 |
| Part of Walk | Sultanahmet und Byzanz: Von der Konstantinssäule über den Deutschen Brunnen zur Hagia Sophia in Istanbul |
| Generated | Generated |
Bleib an der Uferstraße stehen und schau auf die Stadtmauer: große Fensteröffnungen mit Marmorrahmen, darunter Steinkonsolen für einen Balkon, und dahinter... nichts. Kein Saal, kein Dach, nur Himmel und ein paar Büsche, die aus den Fugen wachsen. Autos rauschen vorbei, Angler stehen an der Kaimauer. Das ist alles, was vom Bukoleon-Palast geblieben ist.
Der Bukoleon gehörte zum Großen Palast der byzantinischen Kaiser, der sich vom Hippodrom bis hinunter ans Marmarameer zog, eine Stadt in der Stadt. Kaiser Theophilos baute ihn im 9. Jahrhundert prächtig aus. Den Namen gab ihm eine Statue an seinem kleinen Privathafen, ein Stier im Kampf mit einem Löwen, auf Griechisch bous und leon. Damals reichte das Wasser bis an die Mauer, und der Kaiser konnte vom Palast direkt ins Boot steigen. Bei klarer Sicht erkennst du draußen die Prinzeninseln, wohin byzantinische Herrscher gern unbequeme Rivalen und gestürzte Vorgänger verbannten.
Hinter diesen Mauern geschah einer der berühmtesten Morde von Byzanz. In einer Dezembernacht des Jahres 969 drangen Verschwörer um Johannes Tzimiskes in die Gemächer von Kaiser Nikephoros II. Phokas ein und töteten ihn. Die Kaiserin Theophano soll ihnen den Weg geöffnet haben. Der Feldherr, der den Arabern Kreta abgenommen hatte, starb im eigenen Schlafgemach, und sein Mörder bestieg den Thron.
1204 nahmen die Ritter des Vierten Kreuzzugs den Palast ein und plünderten ihn, danach verfiel er langsam. Den Rest besorgte die Moderne: Im 19. Jahrhundert legte man die Eisenbahn quer durch das Gelände, später kam die Uferstraße auf aufgeschüttetem Land, und das Meer rückte von den Mauern ab. Die Fenster, aus denen Kaiser einst auf ihre Flotte blickten, schauen heute auf den Verkehr.
Und doch: Wer genau hinschaut, entdeckt Ansätze von Gewölben und Reste von Säulen. Von hier geht es wieder bergauf, ein ordentlicher Anstieg, durch die Gassen von Cankurtaran Richtung Blaue Moschee. Oben, an einer schmalen Ladenstraße, wartet ein Museum, in dem der Fußboden des Kaiserpalastes noch zu sehen ist, Steinchen für Steinchen.