Hagia Sophia (Ayasofya)
Why is it significant?
Tritt durch das Portal in den großen Raum und bleib einfach stehen: Über dir schwebt eine Kuppel von über dreißig Metern Durchmesser, getragen scheinbar von nichts als einem Kranz aus vierzig Fenstern. Das Licht kommt von oben, und alles darunter wirkt plötzlich leicht.
Key Facts
| Place | Hagia Sophia (Ayasofya) |
|---|---|
| Address | Sultan Ahmet, Ayasofya Meydanı No:1, 34122 Fatih/İstanbul, Türkiye |
| Geo Coordinates | 41.00850, 28.98000 |
| Part of Walk | Sultanahmet und Byzanz: Von der Konstantinssäule über den Deutschen Brunnen zur Hagia Sophia in Istanbul |
| Generated | Generated |
Tritt durch das Portal in den großen Raum und bleib einfach stehen: Über dir schwebt eine Kuppel von über dreißig Metern Durchmesser, getragen scheinbar von nichts als einem Kranz aus vierzig Fenstern. Das Licht kommt von oben, und alles darunter wirkt plötzlich leicht. Der Geschichtsschreiber Prokop meinte, sie hänge an einer goldenen Kette vom Himmel.
Justinian ließ die Hagia Sophia nach dem Nika-Aufstand in nur fünf Jahren bauen, von 532 bis 537. Seine Baumeister waren eher Mathematiker als Architekten im heutigen Sinn: Anthemios von Tralleis und Isidor von Milet. Bei der Einweihung soll Justinian gerufen haben, er habe Salomon übertroffen, wahrscheinlich eine spätere Ausschmückung. Die Kuppel war tatsächlich zu kühn: 558 stürzte sie nach Erdbeben ein und wurde höher und steiler neu errichtet.
Wenn die Galerie geöffnet ist, geh nach oben und such auf der Marmorbrüstung nach eingeritzten Zeichen. Dort hat sich im Mittelalter ein Skandinavier verewigt, mit Runen, die man als den Namen Halvdan liest. Vermutlich ein Söldner der kaiserlichen Garde, der sich während eines langen Gottesdienstes langweilte. Rund tausend Jahre alt, und im Grunde nichts anderes als ein Graffito. Unten im Hauptraum wartet noch eine Legende: die schwitzende Säule mit einem Loch im Bronzemantel. Wer den Daumen hineinsteckt und die Hand einmal im Kreis dreht, dem soll ein Wunsch in Erfüllung gehen.
1453 eroberte Sultan Mehmed II. die Stadt, die Kirche wurde zur Moschee, nach und nach kamen Minarette hinzu, und die Mosaiken verschwanden unter Putz. 1934 beschloss die junge Republik unter Atatürk, sie in ein Museum umzuwandeln, das 1935 öffnete. Seit Juli 2020 ist die Hagia Sophia wieder eine Moschee. Jede Epoche hat hier ihre Spuren hinterlassen, und keine konnte die anderen ganz auslöschen.
Damit schließt sich der Kreis. Du hast die Säule gesehen, mit der Konstantin seine Stadt gründete, den Brunnen, mit dem ein deutscher Kaiser um Freundschaft warb, und die Kuppel, an der sich alle späteren Baumeister gemessen haben, Sinan eingeschlossen. Setz dich noch einen Moment in den Park zwischen den beiden großen Moscheen und hör hin: Zur Gebetszeit rufen die Muezzine beider Häuser, manchmal fast im Wechsel. Das ist Istanbul.