Galatasaray-Lyzeum

Why is it significant?

Stell dich vor das große Tor mit dem Gitter und schau zwischen den Stäben hindurch: Dahinter liegt ein Garten mit alten Bäumen und am Ende ein langes, helles Schulgebäude. Draußen auf dem Platz warten Menschen auf Freunde, im Winter rösten Verkäufer Maronen.

Key Facts

PlaceGalatasaray-Lyzeum
AddressGalatasaray Meydanı, İstiklal Cd., 34433 Beyoğlu/İstanbul, Türkiye
Geo Coordinates41.03280, 28.97880
Part of WalkGalata und Pera: Verborgene Treppen, Derwische und deutsche Exilanten in Istanbul
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Stell dich vor das große Tor mit dem Gitter und schau zwischen den Stäben hindurch: Dahinter liegt ein Garten mit alten Bäumen und am Ende ein langes, helles Schulgebäude. Draußen auf dem Platz warten Menschen auf Freunde, im Winter rösten Verkäufer Maronen. Dieses Tor ist das Tor einer Schule, aber was für einer.

Das Galatasaray-Lyzeum führt seine Geschichte auf eine Palastschule zurück, die Sultan Bayezid II. 1481 an dieser Stelle gründete, um junge Männer für den Dienst am Hof auszubilden. 1868 wurde daraus das Mekteb-i Sultani, eine moderne Schule mit französischem Lehrplan, an der muslimische, christliche und jüdische Schüler gemeinsam lernten. Für das Reich war das ein Experiment, für Pera eine Selbstverständlichkeit. Söhne von Paschas saßen neben Söhnen armenischer Kaufleute und griechischer Ärzte, und alle lernten Racine und Algebra in derselben Sprache.

Aus dieser Schule kamen Großwesire, Dichter, Diplomaten und später Minister der Republik. Und noch etwas: 1905 gründeten Schüler um Ali Sami Yen einen Fußballverein und benannten ihn nach ihrer Schule. So entstand Galatasaray, einer der größten Klubs der Türkei, gegründet von Gymnasiasten, die eigentlich französische Vokabeln lernen sollten.

Der Platz vor dem Tor ist immer auch eine Bühne gewesen. Hier treffen sich Demonstranten und Feiernde, hier wurde nach großen Siegen getanzt und in schweren Zeiten geschwiegen. Wer in Istanbul sagt, man treffe sich am Galatasaray, meint fast immer genau dieses Tor. Es ist so etwas wie die Uhr unter dem Bahnhof in anderen Städten, nur mit hundert Jahren Schulgeschichte dahinter.

Übrigens unterrichtet die Schule bis heute zu einem großen Teil auf Französisch, eine Brücke nach Europa, die älter ist als die Republik selbst. Schräg gegenüber, auf der anderen Seite der İstiklal, siehst du einen Durchgang mit einer prächtigen Fassade. Überquer die Straße, achte auf die Nostalgie-Tram, die hier gern ihre Glocke läutet, und geh hinein. Der letzte Halt riecht nach Anis und gegrilltem Fisch.

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