Çiçek Pasajı (Blumenpassage)
Why is it significant?
Tritt unter das Glasdach der Passage: Links und rechts stehen Tische mit weißen Tischdecken, Kellner balancieren Teller mit Meze, irgendwo spielt jemand Geige, und über dir klettern Stuckfassaden mit kleinen Balkonen zum Licht. Das ist der Çiçek Pasajı, die Blumenpassage.
Key Facts
| Place | Çiçek Pasajı (Blumenpassage) |
|---|---|
| Address | Hüseyinağa, İstiklal Cd., Çiçek Pasajı, Beyoğlu/İstanbul, Türkiye |
| Geo Coordinates | 41.03410, 28.97790 |
| Part of Walk | Galata und Pera: Verborgene Treppen, Derwische und deutsche Exilanten in Istanbul |
| Generated | Generated |
Tritt unter das Glasdach der Passage: Links und rechts stehen Tische mit weißen Tischdecken, Kellner balancieren Teller mit Meze, irgendwo spielt jemand Geige, und über dir klettern Stuckfassaden mit kleinen Balkonen zum Licht. Das ist der Çiçek Pasajı, die Blumenpassage. Blumen findest du hier allerdings kaum noch.
Gebaut wurde der Komplex 1876 als Cité de Péra, ein elegantes Geschäfts- und Wohnhaus nach Pariser Vorbild, an der Stelle eines Theaters, das wenige Jahre zuvor abgebrannt war. Bauherr war der griechische Bankier Hristaki Zografos. Unten gab es Läden, oben Wohnungen für das wohlhabende Pera, und es war eines der ersten Gebäude dieser Art in der Stadt.
Den Namen bekam die Passage später, und die schönste Geschichte dazu ist die der russischen Emigranten. Nach Revolution und Bürgerkrieg strandeten um 1920 Zehntausende Russen in Istanbul, darunter verarmte Adlige. Es heißt, Frauen aus diesen Familien hätten in der Passage Blumen verkauft, um zu überleben. Ob es wirklich Gräfinnen waren, wie man gern erzählt, weiß niemand, aber der Name Blumenpassage blieb.
Mit der Zeit zogen Bierhallen und Tavernen ein, die Meyhane, in denen man bis tief in die Nacht Rakı trinkt, Anisschnaps, der mit Wasser milchig weiß wird. 1978 stürzte ein Teil des alten Gebäudes ein, und die Passage wurde in den 1980er-Jahren wiederaufgebaut, mit dem Glasdach, unter dem du jetzt stehst. Ein bisschen schicker als früher, ein bisschen touristischer, aber das Stimmengewirr ist dasselbe geblieben. Zum Rakı gehören Weißkäse, Melone, gefüllte Muscheln oder frittierte Sardellen, vor allem aber lange Gespräche.
Und damit endet unser Spaziergang. Du bist von den Anglern auf der Brücke an genuesischen Mauern, einer Bankiersfamilie, einem fliegenden Gelehrten, Derwischen, deutschen Exilanten und einem Papst vorbei bis hierher gestiegen, hinauf aus dem Hafen ins alte Pera. Setz dich, bestell einen Tee oder ein Glas Rakı und hör dem Lärm der Passage zu. Die Nostalgie-Tram fährt draußen weiter Richtung Taksim, falls du noch nicht müde bist.