Pera Palace

Why is it significant?

Bleib vor der hellen Fassade mit den hohen Fenstern stehen und stell dir vor, es ist 1895: Kofferträger schleppen Überseekisten, eine Kutsche hält, und heraus steigen Reisende, die gerade mehrere Tage im Zug von Paris hinter sich haben.

Key Facts

PlacePera Palace
AddressAsmalı Mescit, Meşrutiyet Cd. No:52, 34430 Beyoğlu/İstanbul, Türkiye
Geo Coordinates41.03100, 28.97350
Part of WalkGalata und Pera: Verborgene Treppen, Derwische und deutsche Exilanten in Istanbul
GeneratedGenerated

Open the walk

Bleib vor der hellen Fassade mit den hohen Fenstern stehen und stell dir vor, es ist 1895: Kofferträger schleppen Überseekisten, eine Kutsche hält, und heraus steigen Reisende, die gerade mehrere Tage im Zug von Paris hinter sich haben. Das Pera Palace wurde 1892 genau für sie gebaut, für die Gäste des Orient-Express.

Entworfen hat es Alexandre Vallaury, einer der wichtigsten Architekten des späten Osmanischen Reiches. Das Hotel bot, was die Stadt kaum kannte: elektrisches Licht, warmes Wasser und einen elektrischen Aufzug, einen der ersten in Istanbul. Er fährt noch heute, in einem verzierten Gitterkäfig. Für die Gäste aus London und Wien war das der Beweis, dass man im Orient angekommen war, ohne auf Europa verzichten zu müssen. Von den oberen Zimmern sahen sie über das Goldene Horn bis zur Altstadt, ein Panorama, das damals noch kein Hochhaus störte.

Natürlich gibt es auch eine Legende. Agatha Christie soll im Zimmer 411 an Mord im Orient-Express geschrieben haben. Ende der 1970er-Jahre behauptete ein amerikanisches Medium sogar, Christies Geist habe ihm verraten, wo im Zimmer ein Schlüssel versteckt sei, und tatsächlich fand man einen. Dass die Schriftstellerin im Hotel wohnte, ist gut möglich, der Rest ist eine herrlich passende Geschichte für ein Haus voller Geheimnisse.

Ernster ist die Erinnerung an den März 1941. Britische Diplomaten kamen aus Sofia an, und in ihrem Gepäck explodierte in der Hotelhalle eine Bombe. Es gab Tote und Verletzte. Die Türkei war im Zweiten Weltkrieg neutral, und Istanbul wurde zur Bühne für Spione aller Seiten. Zimmer 101 dagegen erinnert an einen anderen Gast: Mustafa Kemal Atatürk wohnte mehrmals hier, und sein Zimmer ist heute ein kleines Museum.

Geh jetzt ein paar Schritte weiter die Meşrutiyet Caddesi hinauf, schräg auf die andere Straßenseite. Ein anderes altes Hotel hat sich dort in ein Museum verwandelt, und darin hängt eines der berühmtesten Gemälde der Türkei. Es zeigt einen alten Mann und ein paar Schildkröten.

Nearby stories