Museo Bardini: Das Haus des Antiquitätenfürsten
Why is it significant?
Vor dir steht ein Palast, der aussieht, als hätte jemand Teile von fünf verschiedenen Gebäuden zusammengesetzt. Ein Fenster aus diesem Jahrhundert, ein Portal aus jenem, alles harmonisch und doch ein wenig zu schön, um wahr zu sein.
Key Facts
| Place | Museo Bardini: Das Haus des Antiquitätenfürsten |
|---|---|
| Address | Via dei Renai 37, 50125 Firenze FI, Italy |
| Geo Coordinates | 43.76500, 11.25840 |
| Part of Walk | Florenz von oben: Gärten, Stadtmauern und San Miniato al Monte |
| Generated | Generated |
Vor dir steht ein Palast, der aussieht, als hätte jemand Teile von fünf verschiedenen Gebäuden zusammengesetzt. Ein Fenster aus diesem Jahrhundert, ein Portal aus jenem, alles harmonisch und doch ein wenig zu schön, um wahr zu sein. Genau das ist er: das Museo Bardini, das Lebenswerk eines Mannes, den man den Fürsten der Antiquare nannte.
Stefano Bardini war der vielleicht einflussreichste Kunsthändler des 19. Jahrhunderts. 1881 kaufte er hier eine aufgegebene Kirche mit Kloster und baute sie zu seinem Wohnhaus und Ausstellungsraum um. Als im Zentrum von Florenz damals ganze Viertel abgerissen wurden, sicherte er Türen, Kamine, Decken und Treppen und setzte sie hier wieder ein. Seine Kunden waren Museen und Sammler in Berlin, Paris, London und New York, und so manches florentinische Meisterwerk reiste über dieses Haus in die Welt. Bardini war ein Meister der Inszenierung: Er stellte Skulpturen, Truhen und Teppiche so zusammen, wie sich ein Käufer sie in seinem eigenen Palast vorstellen sollte.
Drinnen sind die Wände in einem tiefen, satten Blau gestrichen. Bardini hatte entdeckt, dass Marmor, Bronze und Gold vor dieser Farbe besonders leuchten, und heute heißt der Ton in Florenz einfach Bardini-Blau. Und in einem der Säle steht ein alter Bekannter: der bronzene Eber von Pietro Tacca, der Porcellino. Das Tier, dem Touristen am Mercato Nuovo die Schnauze reiben, ist eine Kopie. Das Original wohnt hier, in Ruhe.
Gegenüber, an der anderen Seite des Platzes, stehen die alten, wehrhaften Häuser der Mozzi, einer der reichsten Familien des Mittelalters. 1273 wohnte bei ihnen Papst Gregor der Zehnte, als er versuchte, Frieden zwischen den verfeindeten Parteien der Stadt zu stiften. Der Frieden hielt nicht lange.
Bardini starb 1922 und vermachte das Haus der Stadt Florenz. Er besaß aber noch etwas anderes, viel Größeres, direkt hinter diesen Mauern, am steilen Hang: einen Garten, den er wie seine Kunstwerke behandelte. Geh jetzt die Via de' Bardi ein kleines Stück entlang zum unteren Eingang des Giardino Bardini und steig hinauf.