Ponte alle Grazie: Der Fluss und die Hügel
Why is it significant?
Bleib in der Mitte der Brücke stehen und schau flussaufwärts. Das Wasser des Arno rauscht über ein flaches Wehr, auf den Kiesbänken stehen oft graue Reiher reglos wie Statuen, und darüber steigen die Hügel an, grün, mit Zypressen und Olivenbäumen.
Key Facts
| Place | Ponte alle Grazie: Der Fluss und die Hügel |
|---|---|
| Address | Ponte alle Grazie, 50122 Firenze FI, Italy |
| Geo Coordinates | 43.76680, 11.25900 |
| Part of Walk | Florenz von oben: Gärten, Stadtmauern und San Miniato al Monte |
| Generated | Generated |
Bleib in der Mitte der Brücke stehen und schau flussaufwärts. Das Wasser des Arno rauscht über ein flaches Wehr, auf den Kiesbänken stehen oft graue Reiher reglos wie Statuen, und darüber steigen die Hügel an, grün, mit Zypressen und Olivenbäumen. Ganz oben leuchtet eine weiß-grüne Kirchenfassade: San Miniato al Monte. Dort willst du heute hin.
Die erste Brücke an dieser Stelle entstand 1227 und hieß nach dem damaligen Stadtvogt Ponte Rubaconte. Später bauten Florentiner auf ihren Pfeilern kleine Kapellen und Häuschen, darunter ein Oratorium mit einem Marienbild, der Madonna alle Grazie, die der Brücke ihren heutigen Namen gab. In einigen dieser winzigen Zellen lebten fromme Frauen eingemauert, nur durch ein Fensterchen mit der Welt verbunden. Die Florentiner nannten sie die Murate, die Eingemauerten. Später zogen sie in ein Kloster in der Via Ghibellina, das bis heute Le Murate heißt.
In der Nacht zum 4. August 1944 sprengten deutsche Truppen auf ihrem Rückzug alle Brücken von Florenz außer dem Ponte Vecchio, auch diese. Die heutige Brücke mit ihren schlanken, flachen Bögen wurde in den 1950er Jahren neu gebaut, nüchtern und modern. Und am 4. November 1966 stieg der Arno so hoch, dass er die Stadt überflutete, Kirchen, Werkstätten und Bibliotheken unter Schlamm begrub. Freiwillige aus ganz Europa kamen damals, um Bücher und Bilder zu retten. Am Ende dieses Weges, in San Niccolò, wirst du die Spuren noch an den Hauswänden finden.
Wenn du genau hinsiehst, entdeckst du an manchen Tagen Kormorane, die auf den Steinen am Wehr ihre Flügel trocknen, und im Sommer Mauersegler, die in Scharen über das Wasser jagen. Mitten in einer der berühmtesten Kunststädte der Welt ist der Fluss ein Stück Wildnis geblieben.
Dieser Spaziergang führt dich weg von den Menschenmassen, hinauf in Gärten, an alten Stadtmauern entlang und zu den schönsten Aussichten über Florenz. Es geht bergauf, also nimm dir Zeit. Geh jetzt über die Brücke ans südliche Ufer und gleich rechts auf die kleine Piazza de' Mozzi, wo ein Palast in einem ungewöhnlichen Blau auf dich wartet.