Costa San Giorgio: Galileos Gasse

Why is it significant?

Du stehst auf einer der steilsten Gassen von Florenz. Links und rechts hohe Mauern, über deren Kanten Feigenblätter, Efeu und Glyzinien quellen, das Pflaster glatt getreten, und alle paar Meter ein schweres Holztor.

Key Facts

PlaceCosta San Giorgio: Galileos Gasse
AddressCosta San Giorgio 19, 50125 Firenze FI, Italy
Geo Coordinates43.76380, 11.25520
Part of WalkFlorenz von oben: Gärten, Stadtmauern und San Miniato al Monte
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Du stehst auf einer der steilsten Gassen von Florenz. Links und rechts hohe Mauern, über deren Kanten Feigenblätter, Efeu und Glyzinien quellen, das Pflaster glatt getreten, und alle paar Meter ein schweres Holztor. Das ist die Costa San Giorgio, und in einem dieser Häuser erinnert eine Tafel an einen Mann, der den Himmel neu vermessen hat: Galileo Galilei.

Im Januar 1610 richtete Galileo in Padua sein selbstgebautes Fernrohr auf den Jupiter und sah vier kleine Lichtpunkte, die ihre Position von Nacht zu Nacht veränderten. Monde! Monde, die nicht um die Erde kreisten. Er veröffentlichte die Entdeckung im März 1610 und nannte die Monde die Mediceischen Gestirne, zu Ehren des jungen Großherzogs Cosimo des Zweiten und seiner Brüder.

Diese Widmung war kein Zufall, sondern eine Bewerbung. Und sie funktionierte: Noch im selben Jahr holte Cosimo ihn als Hofmathematiker und Philosophen nach Florenz. In den Jahren danach wohnte Galileo hier an der Costa San Giorgio, nur ein paar Schritte von der Stadtmauer, mit freiem Blick nach Süden über die Hügel.

Stell dir die Nächte vor. Kein elektrisches Licht in der Stadt, nur Öllampen und Kerzen, und darüber ein Himmel, der so dunkel war, dass man die Milchstraße wie einen Nebelstreifen sah. Mit dem Fernrohr hatte Galileo gezeigt, dass der Mond Berge und Täler hat und dass dieser Nebelstreifen aus unzähligen einzelnen Sternen besteht. Galileo beobachtete die Phasen der Venus und die Flecken der Sonne... Später zog er nach Bellosguardo und schließlich nach Arcetri, auf die Hügel jenseits der Mauer, wo er nach dem Prozess von 1633 unter Hausarrest lebte und 1642 starb.

Die Medici haben Galileo groß gemacht, und sie konnten ihn am Ende nicht vor der Inquisition schützen. Doch diese Gasse sieht noch fast so aus wie damals, und an Frühlingsabenden riecht sie nach Jasmin und feuchtem Stein. Geh jetzt die letzten steilen Meter hinauf bis zum Stadttor ganz oben, wo gleich daneben die Mauern einer sternförmigen Festung beginnen.

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