General Register House

Why is it significant?

Vor dir reitet der Herzog von Wellington auf einem bronzenen Pferd, das sich aufbäumt, und hinter ihm erhebt sich ein langer, ruhiger Bau mit flacher Kuppel und zwei kleinen Ecktürmen. Er sieht aus wie ein Landsitz, der sich in die Stadt verirrt hat. Tatsächlich ist es ein Tresor für Papier.

Key Facts

PlaceGeneral Register House
Address2 Princes Street, Edinburgh EH1 3YY, UK
Geo Coordinates55.95380, -3.18940
Part of WalkEdinburgh New Town und Calton Hill: Georgianische Plätze und die Schottische Aufklärung
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Vor dir reitet der Herzog von Wellington auf einem bronzenen Pferd, das sich aufbäumt, und hinter ihm erhebt sich ein langer, ruhiger Bau mit flacher Kuppel und zwei kleinen Ecktürmen. Er sieht aus wie ein Landsitz, der sich in die Stadt verirrt hat. Tatsächlich ist es ein Tresor für Papier.

Das General Register House ist eines der ältesten eigens dafür gebauten Archivgebäude der Welt, das noch immer seinem Zweck dient. Entworfen hat es wieder Robert Adam, derselbe Architekt wie am Charlotte Square, und der Grundstein wurde 1774 gelegt. Bis dahin lagerten Schottlands Urkunden, Gesetze und Gerichtsakten in feuchten Kellern unter dem Parlament in der Altstadt, wo sie verschimmelten.

Die Finanzierung hat eine bittere Pointe. Ein großer Teil des Geldes stammte aus den Ländereien jakobitischer Adliger, die nach dem Aufstand von 1745 enteignet worden waren. Die Verlierer der Geschichte bezahlten also das Haus, in dem die Sieger ihre Geschichte aufbewahrten. Und weil das Geld bald knapp wurde, stand der Bau jahrelang halbfertig da, so dass Spötter ihn das prächtigste Taubenhaus Europas nannten.

Unter der Kuppel liegt ein runder Saal, und in den Regalen dieses Hauses und seiner Nachbargebäude lagern heute die Bestände der National Records of Scotland, von mittelalterlichen Urkunden bis zu Volkszählungen. Viele Menschen aus aller Welt, deren Vorfahren Schottland einmal verlassen haben, suchen hier nach ihren Wurzeln. Das Reiterstandbild davor stammt übrigens von John Steell, demselben Bildhauer, der den marmornen Walter Scott geschaffen hat.

Wenn du dich jetzt umdrehst, siehst du jenseits der Gleise die Altstadt auf ihrem Felsrücken, und dazwischen die North Bridge, die beide Welten verbindet. Unweit von hier verbrachte Adam Smith, der Autor des Wohlstands der Nationen, seine letzten Jahre als Zollkommissar, und sein Buch war wenige Jahre nach 1776 schon auf Deutsch zu lesen. Folge nun der Straße nach Osten in die Waterloo Place, und halte nach einem Tor auf der rechten Seite Ausschau, hinter dem alte Grabsteine stehen.

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