St Andrew Square & Melville Monument
Why is it significant?
Mitten auf dem Platz steigt eine schlanke Säule über vierzig Meter in die Höhe, und ganz oben steht ein Mann in Robe, so weit weg, dass du sein Gesicht nicht erkennen kannst. Vielleicht ist das ganz passend. Über Henry Dundas wird in Edinburgh heute wieder gestritten.
Key Facts
| Place | St Andrew Square & Melville Monument |
|---|---|
| Address | St Andrew Square, Edinburgh EH2, UK |
| Geo Coordinates | 55.95420, -3.19320 |
| Part of Walk | Edinburgh New Town und Calton Hill: Georgianische Plätze und die Schottische Aufklärung |
| Generated | Generated |
Mitten auf dem Platz steigt eine schlanke Säule über vierzig Meter in die Höhe, und ganz oben steht ein Mann in Robe, so weit weg, dass du sein Gesicht nicht erkennen kannst. Vielleicht ist das ganz passend. Über Henry Dundas wird in Edinburgh heute wieder gestritten.
Bevor wir zu ihm kommen, eine kleine Geschichte von der Ecke, wo die St David Street auf den Platz trifft. Dort wohnte in seinen letzten Jahren der Philosoph David Hume, der berühmteste Skeptiker Europas. Die Legende erzählt, dass eine junge Frau zum Spaß St David Street an seine Hauswand schrieb, um den Gottlosen heiligzusprechen. Humes Magd war empört, doch er soll gelassen gesagt haben, schon viel bessere Männer seien zu Heiligen gemacht worden.
Schau nach Osten zu dem eleganten Palais hinter seinem Vorhof. Nach James Craigs Plan sollte dort eine Kirche stehen, als Gegenstück zur Kirche am Charlotte Square. Doch Sir Lawrence Dundas, ein steinreicher Geschäftsmann, sicherte sich das Grundstück und baute sich in den 1770er-Jahren sein Stadthaus darauf. Die Kirche musste in die George Street ausweichen. Heute ist das Haus der Sitz der Royal Bank of Scotland, und in ihrer Schalterhalle wölbt sich eine Kuppel voller Sterne.
Und nun zur Säule. Henry Dundas, später Viscount Melville, war um 1800 der mächtigste Mann Schottlands, so mächtig, dass man ihn spöttisch Heinrich den Neunten nannte. 1792, als das Parlament in London über das Ende des Sklavenhandels debattierte, setzte er durch, dass es schrittweise abgeschafft werden sollte. Kritiker sagen, dass sich damit das Ende um Jahre verzögerte, in denen weiter Menschen über den Atlantik verschleppt wurden. Eine neue Tafel am Sockel benennt das seit den frühen 2020er-Jahren offen, und Dundas' Nachfahren haben ihr widersprochen.
So steht hier auf engstem Raum die ganze Zwiespältigkeit der New Town: Aufklärung und Geschäftssinn, Skepsis und Macht, und Geld, dessen Herkunft man lieber nicht so genau wissen wollte. Verlass den Platz an seiner Südostecke und geh hinunter zur Princes Street, zu dem Kuppelbau mit dem Reiterstandbild davor.