Brouwersgracht
Why is it significant?
Bleib an der Brüstung dieser gewölbten Steinbrücke stehen und blicke entlang dieses breiten Kanals, wo sich die historischen Speicherhäuser im Wasser spiegeln.
Key Facts
| Place | Brouwersgracht |
|---|---|
| Address | Brouwersgracht 188, 1013 HJ Amsterdam |
| Geo Coordinates | 52.38170, 4.88850 |
| Part of Walk | Jordaan Rundgang: Versteckte Höfe, Grachten und Rebellengeist |
| Generated | Generated |
Bleib an der Brüstung dieser gewölbten Steinbrücke stehen und blicke entlang dieses breiten Kanals, wo sich die historischen Speicherhäuser im Wasser spiegeln. Du stehst an der Brouwersgracht, die von den Einwohnern Amsterdams bei zahllosen Umfragen regelmäßig zur malerischsten Gracht der gesamten Grachtenstadt gewählt wird. Sie markiert die nördliche Grenze des Jordaan und verbindet die noblen Hauptgrachten mit der offenen Bucht des IJ.
Ihren Namen verdankt die Wasserstraße den zahlreichen Bierbrauereien, die sich im sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert hier ansiedelten. Bier war damals das unverzichtbare Volksgetränk, da das gewöhnliche Stadtwasser durch Unrat und Fäkalien verseucht war. Für den anspruchsvollen Brauprozess benötigte man riesige Mengen reinen Wassers, das spezielle Trinkwasserboote täglich aus dem sauberen Fluss Vecht heranschafften. Über zwanzig Brauereibetriebe dampften einst Tag und Nacht an beiden Ufern.
Schau dir die mächtigen Backsteingebäude mit den geschwungenen Giebeln und leuchtend bunten Holzfensterläden genauer an: Das sind keine gewöhnlichen Wohnhäuser für Bürgerfamilien, sondern die monumentalen Speicherhäuser der niederländischen Handelsflotte, die sogenannten Pakhuizen, die das Rückgrat der Amsterdamer Kaufmannsmacht bildeten.
Im siebzehnten Jahrhundert war dies das zentrale Warenlager der bekannten Welt. Schiffe der Ostindien- und Westindien-Kompanie luden Gewürze von den Molukken, Tabak aus der Karibik, Rohseide aus Asien, Korn aus dem Ostseeraum und Tran von arktischen Walfangexpeditionen direkt in diese Speicherböden ab. Die massiven Holzbalken an den Giebelspitzen trugen Flaschenzüge, mit denen tonnenschwere Frachtsäcke in die oberen Stockwerke gehievt wurden.
Die anliegenden Tranbrennereien kochten das Walfett zu Lampenöl und Seife, was dem Viertel damals einen stechenden Gestank verlieh, der vornehme Bürger auf Distanz hielt.
Heute sind die riesigen Speicherböden mit ihren schweren Eichenbalken in spektakuläre Wohnlofts umgewandelt worden, und entlang der Kaimauern wiegen sich blühende Hausboote auf dem ruhigen Wasser dieses einstigen Industriehafens.