Noorderkerk & Noordermarkt
Why is it significant?
Tritt auf das Kopfsteinpflaster dieses lebendigen Marktplatzes und lass deinen Blick über die ungewöhnliche kreuzförmige Gestalt der Noorderkerk schweifen.
Key Facts
| Place | Noorderkerk & Noordermarkt |
|---|---|
| Address | Noordermarkt 48, 1015 NA Amsterdam |
| Geo Coordinates | 52.37970, 4.88600 |
| Part of Walk | Jordaan Rundgang: Versteckte Höfe, Grachten und Rebellengeist |
| Generated | Generated |
Tritt auf das Kopfsteinpflaster dieses lebendigen Marktplatzes und lass deinen Blick über die ungewöhnliche kreuzförmige Gestalt der Noorderkerk schweifen. Erbaut zwischen sechzehnhundertzwanzig und sechzehnhundertdreiundzwanzig von Hendrick de Keyser und seinem Sohn Pieter, war dies die erste Kirche Amsterdams, die gezielt für den reformierten calvinistischen Gottesdienst entworfen wurde: ein achteckiger Zentralbau in Form eines griechischen Kreuzes, in dem die Kanzel im Mittelpunkt steht und kein einziger Pfeiler den Blick der Gläubigen verstellt.
Doch dieser Platz vor der Kirche ist weit mehr als ein Handelsplatz für Bio-Lebensmittel und Antiquitäten: Er ist die historische Wiege des Amsterdamer Rebellengeistes und des proletarischen Widerstands. Hier trafen sich schon im siebzehnten Jahrhundert Trödler, Taubenzüchter und Kesselflicker, um Neuigkeiten auszutauschen und gegen städtische Verordnungen zu murren.
Im Juli achtzehnhundertsechsundachtzig brach genau hier der berüchtigte Palingoproer aus, der sogenannte Aalaufstand. Die Arbeiter des Jordaan vergnügten sich bei einem traditionellen Volksspiel, bei dem ein lebender, mit Seife eingeölter Aal über die Gracht gespannt wurde und Männer aus Booten versuchten, den glitschigen Fisch im Sprung zu packen. Als die Obrigkeit mit gezückten Säbeln einschritt, um das als Tierquälerei eingestufte Spiel gewaltsam aufzulösen, eskalierte die aufgestaute Wut über soziale Not und Polizeigewalt.
Die Bürger bauten Barrikaden, warfen Pflastersteine und schlugen die berittene Polizei in die Flucht. Erst als die Armee mit scharfer Munition in die Menge schoss, endete der Aufstand mit sechsundzwanzig toten Arbeitern und hunderten Verletzten.
Ein noch bedeutsameres Kapitel des Mutes ereignete sich am vierundzwanzigsten Februar neunzehnhunderteinundvierzig: Mitten unter den Augen der nationalsozialistischen Besatzer versammelten sich hunderte mutige Bürger auf diesem Markt, um zum Generalstreik gegen die Judendeportationen aufzurufen. Es war der zündende Funke für den berühmten Februarstreik, den ersten offenen Massenprotest gegen die Judenverfolgung im gesamten besetzten Europa.
Ein bronzenes Mahnmal an der Südwand der Kirche erinnert bis heute an diese Helden des Alltags, die ihr Leben für ihre jüdischen Nachbarn riskierten.