Bickerseiland: Das Maschinenhaus des Goldenen Zeitalters

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Um dich herum mischt sich Altes und Neues: ein paar historische Giebelhäuser, dazwischen Wohnhäuser aus dem späten zwanzigsten Jahrhundert, Boote, kleine Gärten am Wasser. Das Bickerseiland wirkt heute verschlafen. Vor knapp vierhundert Jahren war es eine der lautesten Ecken Amsterdams.

Key Facts

PlaceBickerseiland: Das Maschinenhaus des Goldenen Zeitalters
AddressBickersgracht, 1013 Amsterdam, Netherlands
Geo Coordinates52.38500, 4.88940
Part of WalkAmsterdam jenseits der Grachten: Westerpark, Het Schip und die Amsterdamer Schule
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Um dich herum mischt sich Altes und Neues: ein paar historische Giebelhäuser, dazwischen Wohnhäuser aus dem späten zwanzigsten Jahrhundert, Boote, kleine Gärten am Wasser. Das Bickerseiland wirkt heute verschlafen. Vor knapp vierhundert Jahren war es eine der lautesten Ecken Amsterdams.

Die Insel trägt den Namen von Jan Bicker, einem reichen Kaufmann und Schiffbauer, der sie um 1631 kaufte. Die Bickers gehörten zu den mächtigsten Familien der Republik. Sein Bruder Andries war Bürgermeister, und die Familie mischte überall mit, im Ostseehandel, im Schiffbau, in der Politik. Auf ihrer Insel standen Werften, auf denen Schiffe für den Handel in alle Welt entstanden.

Stell dir den Lärm vor: Hämmer, Sägen, das Zischen der Teerkessel, das Ächzen von Holz, das über Rampen ins Wasser gleitet. Auf den Westlichen Inseln wurde alles erledigt, was man in der feinen Stadt hinter den Grachten nicht haben wollte, weil es stank, brannte oder Krach machte: Teer sieden, Fisch salzen, Tauwerk drehen, Schiffsrümpfe abdichten. Die Inseln waren das Maschinenhaus des Goldenen Zeitalters.

Mit dem Niedergang der Werften kam die Armut, und im zwanzigsten Jahrhundert waren viele Häuser hier baufällig. In den 1970er Jahren entstanden auf dem Bickerseiland neue Wohnhäuser, die bewusst den Maßstab der alten Bebauung aufnehmen, mit Giebelformen, die an die Speicher erinnern. Schau dich um und versuch zu raten, was alt ist und was neu. Es ist nicht immer leicht.

Damit schließt sich der Kreis dieses Spaziergangs. Er begann an einem klassizistischen Zolltor, führte durch eine Gasfabrik, die zum Park wurde, zu Arbeiterpalästen aus Backstein und an einen Hafen, in dem heute Wohntürme wachsen, und er endet auf einer Insel, die vom Lärm der Werften zur Stille gefunden hat. Überall stand dieselbe Frage im Raum: Wie wohnen Menschen gut? Amsterdam hat immer wieder neue Antworten gefunden. Zum Haarlemmerplein sind es von hier nur ein paar Minuten zu Fuß... aber vielleicht bleibst du noch ein bisschen am Wasser.

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