Karthuizerhofje am Karthuizersplantsoen
Why is it significant?
Schau einmal durch das geschmiedete Eisentor hinein in diese überraschend weitläufige, von mächtigen Bäumen beschattete Gartenanlage. Du blickst auf das Karthuizerhofje, den mit Abstand größten und grünsten historischen Beginenhof in ganz Amsterdam.
Key Facts
| Place | Karthuizerhofje am Karthuizersplantsoen |
|---|---|
| Address | Karthuizersstraat 21, 1015 KK Amsterdam |
| Geo Coordinates | 52.37890, 4.88120 |
| Part of Walk | Jordaan Rundgang: Versteckte Höfe, Grachten und Rebellengeist |
| Generated | Generated |
Schau einmal durch das geschmiedete Eisentor hinein in diese überraschend weitläufige, von mächtigen Bäumen beschattete Gartenanlage. Du blickst auf das Karthuizerhofje, den mit Abstand größten und grünsten historischen Beginenhof in ganz Amsterdam.
Erbaut im Jahr sechzehnhundertfünfzig nach Plänen des renommierten Stadtbaumeisters Daniël Stalpaert, beherbergt diese Oase fünfundsechzig kleine Wohneinheiten, die einen weitläufigen, rechteckigen Rasenhof mit alten Linden umrahmen. Stalpaert plante die Anlage mit erstaunlicher Symmetrie und stattete jedes kleine Häuschen mit eigenem Kamin und Ziegeldach aus.
Doch die Geschichte dieses Grund und Bodens reicht viel weiter zurück: Vor sechshundert Jahren erhob sich an genau dieser Stelle das Kloster Sankt Andries ter Zaliger Weede, ein mächtiges Kartäuserkloster außerhalb der mittelalterlichen Stadtgrenzen. Während der reformatorischen Wirren im Jahr fünfzehnhundertzweiundsiebzig wurde das Kloster von protestantischen Truppen belagert und bis auf die Grundmauern niedergebrannt, um den spanischen Truppen keinen befestigten Stützpunkt vor den Toren der Stadt zu bieten.
Als die Stadt Amsterdam im siebzehnten Jahrhundert das Jordaan-Viertel anlegte, nutzte der Magistrat das verlassene Klostergelände für ein wegweisendes Sozialprojekt. Stalpaert schuf das sogenannte Huiszitten-weduwenhof: eine städtische Zufluchtsstätte für verarmte Witwen mit kleinen Kindern, die durch den Tod ihrer Ehemänner auf See oder in den Kriegen völlig mittellos geworden waren. Die Frauen erhielten neben freier Wohnung auch Mehl, Butter und Torf zum Heizen.
Mitten auf dem Rasen stehen zwei prachtvolle historische Wasserpumpen aus Werkstein, geschmückt mit geschnitzten Delphinen und gusseisernen Schwengeln, die Stalpaert selbst entwarf. Über Jahrhunderte holten die Frauen hier ihr tägliches Wasser, während ihre Kinder sicher auf dem geschlossenen Hof spielten.
Wer die Schwelle dieses Tores überschreitet, verlässt den Lärm der Großstadt und taucht ein in ein fast vierhundert Jahre altes Refugium bürgerlicher Fürsorge, das bis heute ausschließlich von alleinstehenden Frauen bewohnt wird.