Anne-Frank-Haus & Prinsengracht 263

Why is it significant?

Bleib genau hier stehen vor diesem Kaufmannshaus mit der schmalen Backsteinfassade und blicke hinüber auf das dunkle Wasser der Prinsengracht.

Key Facts

PlaceAnne-Frank-Haus & Prinsengracht 263
AddressPrinsengracht 263, 1016 GV Amsterdam
Geo Coordinates52.37520, 4.88400
Part of WalkJordaan Rundgang: Versteckte Höfe, Grachten und Rebellengeist
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Bleib genau hier stehen vor diesem Kaufmannshaus mit der schmalen Backsteinfassade und blicke hinüber auf das dunkle Wasser der Prinsengracht. In diesem unscheinbaren Gebäude mit der Hausnummer zweihundertdreiundsechzig befand sich während des Zweiten Weltkriegs die Handelsfirma Opekta von Otto Frank, die Geliermittel und Gewürze vertrieb. Der typische Geruch von Nelken, Zimt und Essig lag damals in den Lagerräumen der vorderen Etagen. Doch hinter den geschäftigen Büroräumen spielte sich eines der ergreifendsten Kapitel der Menschheitsgeschichte ab.

Ab Juli neunzehnhundertzweiundvierzig tauchten Otto Frank, seine Frau Edith und ihre beiden Töchter Margot und Anne hier vor den Deportationen der deutschen Nationalsozialisten unter. Gemeinsam mit der Familie van Pels und dem Zahnarzt Fritz Pfeffer lebten acht Menschen fünfundzwanzig Monate lang in ständiger Todesangst auf engstem Raum im sogenannten Achterhuis, dem verborgenen Hinterhaus.

Der Zugang zu diesen geheimen Zimmern war ein Meisterwerk der Tarnung: Der befreundete Schreiner Johan Voskuijl konstruierte ein drehbares Holzregal voller Aktenordner, hinter dem eine schmale Holztreppe in das obere Stockwerk führte. Tagsüber durften die Versteckten keinen Laut von sich geben, keinen Wasserhahn öffnen und keinen Schritt wagen, während unten die Lagerarbeiter schufteten. Schwere Verdunklungsvorhänge verdeckten die Fenster, damit kein Nachbar von den Grachten aus ein Lebenszeichen bemerken konnte.

In diesem Versteck vertraute die dreizehnjährige Anne Frank ihrem rot-weiß karierten Tagebuch ihre geheimsten Ängste, Träume und ihren unerschütterlichen Glauben an das Gute im Menschen an. Am vierten August neunzehnhundertvierundvierzig wurde das Versteck nach einem bis heute ungeklärten Verrat von der Gestapo gestürmt. Von den acht Untergetauchten überlebte einzig Otto Frank die Konzentrationslager.

Nach dem Krieg übergab die mutige Helferin Miep Gies dem Vater Annes gerettete Papiere, die sie vom Boden des durchsuchten Zimmers geborgen hatte. Als das baufällige Gebäude in den fünfziger Jahren abgerissen werden sollte, retteten Amsterdamer Bürgerproteste das Haus und machten es zu einem weltweiten Mahnmal der Menschlichkeit.

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