Amerika Haus & C/O Berlin: Von der Propaganda zur Fotografie

Why is it significant?

Ein flacher, heller Bau aus den Fünfzigern steht vor dir, mit großen Glasflächen und einer Wand aus kleinen bunten Mosaiksteinen. Er sieht freundlich und ein bisschen nach Schulhaus aus, aber hier wurde einmal Weltpolitik gemacht... mit Büchern. Das ist das Amerika Haus, 1957 eröffnet.

Key Facts

PlaceAmerika Haus & C/O Berlin: Von der Propaganda zur Fotografie
AddressHardenbergstraße 22-24, 10623 Berlin, Germany
Geo Coordinates52.50660, 13.33060
Part of WalkKu'damm und City West: Berlins Schaufenster zwischen Ruine und Glas
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Ein flacher, heller Bau aus den Fünfzigern steht vor dir, mit großen Glasflächen und einer Wand aus kleinen bunten Mosaiksteinen. Er sieht freundlich und ein bisschen nach Schulhaus aus, aber hier wurde einmal Weltpolitik gemacht... mit Büchern.

Das ist das Amerika Haus, 1957 eröffnet. Die Amerikaner bauten solche Häuser nach dem Krieg in vielen westdeutschen Städten. Drinnen gab es eine Bibliothek, Zeitungen, Jazzkonzerte, Vorträge, Filme und Ausstellungen. Die Idee war einfach und klug: Wer die Deutschen für die Demokratie gewinnen will, muss ihnen zeigen, wie sie sich anfühlt. Für viele junge West-Berliner war das ihr erstes Fenster zur Welt, zu Hemingway, Jackson Pollock und Rock 'n' Roll. Die Bibliothek war für viele die einzige Möglichkeit, amerikanische Bücher und Zeitschriften im Original zu lesen.

Doch in den Sechzigern drehte sich der Wind. Als die USA in Vietnam Krieg führten, wurde das Amerika Haus zur Zielscheibe der Studentenbewegung. Im Februar 1966 flogen bei einer Demonstration Eier gegen die Fassade, ein Skandal in einer Stadt, die ihre Freiheit den Amerikanern verdankte. Für die Studenten war das Haus das sichtbarste Symbol einer Politik, die sie ablehnten, für ihre Eltern eine Erinnerung an die Luftbrücke, die West-Berlin 1948 und 1949 versorgt hatte. Der Generationenkonflikt der Sechziger lief also mitten über diesen Vorplatz. In den Jahren danach kamen noch viele Demonstrationen, und das Haus wurde lange hinter Gittern und Polizeiketten geschützt.

2014 zog dann C/O Berlin hier ein, eine der wichtigsten Adressen für Fotografie in Europa. Vorher war C/O im alten Postfuhramt in Mitte zu Hause, musste dort aber raus. Heute siehst du hier Ausstellungen großer Fotografinnen und Fotografen, von Klassikern der Reportage bis zu jungen Positionen. Aus dem Haus, das einmal die amerikanische Sicht auf die Welt verbreiten sollte, ist ein Ort geworden, an dem man über Bilder streitet.

Achte beim Weitergehen auf das Gebäude schräg gegenüber, das wie ein riesiges Tier mit Panzerrippen aussieht. Geh dafür die Hardenbergstraße weiter und dann links in die Fasanenstraße.

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