Zoo Palast: Das Kino der Berlinale
Why is it significant?
Vor dir leuchtet der Schriftzug Zoo Palast über einer langen, flachen Fassade aus den Fünfzigerjahren, mit Schaukästen, Vordach und viel Glas. Wer hier heute ins Kino geht, betritt einen Saal mit Geschichte, und manchmal auch einen roten Teppich.
Key Facts
| Place | Zoo Palast: Das Kino der Berlinale |
|---|---|
| Address | Hardenbergstraße 29a, 10623 Berlin, Germany |
| Geo Coordinates | 52.50610, 13.33430 |
| Part of Walk | Ku'damm und City West: Berlins Schaufenster zwischen Ruine und Glas |
| Generated | Generated |
Vor dir leuchtet der Schriftzug Zoo Palast über einer langen, flachen Fassade aus den Fünfzigerjahren, mit Schaukästen, Vordach und viel Glas. Wer hier heute ins Kino geht, betritt einen Saal mit Geschichte, und manchmal auch einen roten Teppich.
Schon in den Zwanzigern stand hier ein großes Kino, der Ufa-Palast am Zoo. In diesem Haus wurde im Januar 1927 Metropolis uraufgeführt, Fritz Langs gewaltiger Science-Fiction-Film mit der Maschinenfrau. Die Kritiker waren damals gar nicht so begeistert, und der Film war viel zu teuer gewesen... heute gehört er zum Weltdokumentenerbe der UNESCO. Das Haus hat aber auch dunkle Premieren gesehen: 1935 lief hier zum ersten Mal Leni Riefenstahls Propagandafilm Triumph des Willens, in Anwesenheit Hitlers.
Im Krieg wurde der Ufa-Palast zerstört. In den Fünfzigerjahren baute man an derselben Stelle neu, nach Plänen der Architekten Paul Schwebes und Hans Schoszberger, und 1957 eröffnete der Zoo Palast. Er war das Kino, das West-Berlin brauchte: groß, elegant, ein Versprechen, dass die Stadt auch ohne ihre alte Mitte noch Glamour hatte.
Denn von 1957 an war der Zoo Palast jahrzehntelang das Herz der Internationalen Filmfestspiele, der Berlinale. Hier liefen die Wettbewerbsfilme, hier kamen die Stars an, hier drängten sich Fans hinter Absperrgittern. Wer Karten wollte, stand oft schon frühmorgens in einer Schlange, die einmal um den Block reichte, mit Thermoskanne und Klappstuhl. Als die Berlinale im Jahr 2000 an den neuen Potsdamer Platz umzog, verlor die City West eines ihrer Lieblingsrituale. Nach einer gründlichen Sanierung öffnete der Zoo Palast 2013 wieder, mit samtigen Sesseln, und die Berlinale zeigt hier wieder Filme.
Die Fassade ist ein Lehrstück für die Architektur der Wirtschaftswunderjahre: leicht, offen, ein bisschen verspielt, ganz anders als der schwere Steinprunk der Kaiserzeit nebenan. Achte auf die großen Leuchtbuchstaben und das weit vorkragende Vordach, das bei Regen die Wartenden schützt. Jetzt dreh dich nach Norden: Gleich gegenüber, hinter dem Hardenbergplatz, liegt der Bahnhof, über den ein ganzes Buch geschrieben wurde.