Plaça d'Espanya und die Venezianischen Türme: Das Tor zur Weltausstellung

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Stell dich zwischen die beiden roten Backsteintürme und dreh dich einmal langsam um. Hinter dir braust der Verkehr um die Plaça d'Espanya, mit einem großen Brunnen in der Mitte. Vor dir öffnet sich eine schnurgerade Allee, die den Berg hinaufführt, bis zu einem Palast mit Kuppel.

Key Facts

PlacePlaça d'Espanya und die Venezianischen Türme: Das Tor zur Weltausstellung
AddressAvinguda de la Reina Maria Cristina, 08004 Barcelona, Spain
Geo Coordinates41.37410, 2.15000
Part of WalkMontjuïc in Barcelona: Weltausstellung 1929, Barcelona-Pavillon und Olympia
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Stell dich zwischen die beiden roten Backsteintürme und dreh dich einmal langsam um. Hinter dir braust der Verkehr um die Plaça d'Espanya, mit einem großen Brunnen in der Mitte. Vor dir öffnet sich eine schnurgerade Allee, die den Berg hinaufführt, bis zu einem Palast mit Kuppel. Das ist kein Zufall. Das ist eine Bühne, und du stehst an ihrem Eingang.

Die Türme sind gut 47 Meter hoch, und wenn sie dir bekannt vorkommen, liegt das an Venedig. Der Architekt Ramon Reventós nahm sich den Campanile am Markusplatz zum Vorbild, deshalb heißen sie bis heute Torres Venecianes, die Venezianischen Türme. Sie entstanden für die Weltausstellung von 1929 und bildeten das Tor zum Gelände. Wer hier hindurchging, sollte spüren, dass er eine andere, glänzendere Welt betritt.

Die Geschichte dieser Ausstellung ist länger als ihr Glanz. Schon vor dem Ersten Weltkrieg plante Barcelona eine große Schau der Elektroindustrie, doch der Krieg kam dazwischen, und die Pläne lagen jahrelang in der Schublade. Als die Ausstellung am 19. Mai 1929 endlich eröffnete, regierte in Madrid der Diktator Miguel Primo de Rivera, und König Alfonso XIII. kam persönlich. Gezeigt werden sollte ein modernes, aber vor allem ein geeintes Spanien. Für katalanische Symbole war in diesem Bild wenig Platz, wie du gleich am Brunnen sehen wirst.

Der Brunnen mitten auf der Plaça d'Espanya stammt von Josep Maria Jujol, einem der engsten Mitarbeiter Gaudís. Seine Figurengruppen stehen für die großen Flüsse Spaniens und die Meere, in die sie münden. Jujol war eigentlich ein Meister des Verspielten, der Scherben und Farben liebte, und doch wirkt dieser Brunnen beinahe feierlich streng. Er wusste genau, für wen er hier baute.

Bevor all das entstand, war dieser Ort ein unscheinbarer Kreuzungspunkt am Stadtrand, wo die alte Straße nach Madrid Barcelona verließ. Innerhalb weniger Jahre wurde daraus einer der größten Plätze Spaniens. Geh jetzt die Avinguda de la Reina Maria Cristina hinauf, zwischen den Messehallen hindurch, bis zu dem weiten Wasserbecken am Fuß der großen Treppen.

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