Las Arenas: Die Stierkampfarena, die keine mehr ist

Why is it significant?

Vor dir steht ein runder Backsteinbau mit Hufeisenbögen, Zinnen und bunten Kacheln, als hätte jemand ein Stück Andalusien an die Gran Via geschoben. Oben auf dem Dach blitzt eine flache Kuppel, und an der Seite gleitet ein gläserner Aufzug die alte Fassade hinauf.

Key Facts

PlaceLas Arenas: Die Stierkampfarena, die keine mehr ist
AddressGran Via de les Corts Catalanes 373-385, 08015 Barcelona, Spain
Geo Coordinates41.37630, 2.14940
Audio Duration~2 min
Part of WalkMontjuïc in Barcelona: Weltausstellung 1929, Barcelona-Pavillon und Olympia
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Vor dir steht ein runder Backsteinbau mit Hufeisenbögen, Zinnen und bunten Kacheln, als hätte jemand ein Stück Andalusien an die Gran Via geschoben. Oben auf dem Dach blitzt eine flache Kuppel, und an der Seite gleitet ein gläserner Aufzug die alte Fassade hinauf. Willkommen in Las Arenas, einer Arena, in der heute niemand mehr kämpft... höchstens um einen Platz im Aufzug. Gebaut wurde sie zwischen 1898 und 1900 nach Plänen von August Font i Carreras, im sogenannten neomudéjaren Stil, der maurische Formen mit Ziegeln und Keramik nachahmt. Damals lag hier noch der Stadtrand, mit Werkstätten, Fabriken und der alten Landstraße Richtung Sants. An Sonntagen strömten die Leute zu Tausenden hierher, zu Fuß und mit der Straßenbahn, und man kann sich gut vorstellen, wie es hier nach Staub, Tabak und Pferden roch. Der Stierkampf hatte in Katalonien allerdings nie dieselbe Selbstverständlichkeit wie im Süden Spaniens. 1977 fand hier die letzte Corrida statt, danach stand der Bau jahrzehntelang leer und verfiel langsam. 2010 beschloss das katalanische Parlament schließlich ein Verbot des Stierkampfs. Was macht man also mit einer Arena, in der es nichts mehr zu sehen gibt? Die Antwort kam vom britischen Architekten Richard Rogers. Er ließ die alte Fassade stehen, stützte sie während der Bauarbeiten ab und setzte dahinter ein völlig neues Haus mit Geschäften und Restaurants, das 2011 eröffnete. Ganz oben läuft eine runde Terrasse um die Kuppel. Fahr hinauf, wenn du kannst: Von dort siehst du zum ersten Mal, wohin dieser Spaziergang führt, die breite Achse, die Türme, den Palast mit der Kuppel und dahinter den grünen Rücken des Montjuïc. Ein kleiner Gedanke, bevor du weiterläufst. Fast alles, was du in den nächsten Stunden siehst, wurde für einen einzigen Anlass gebaut, für eine Ausstellung oder für zwei Wochen Olympische Spiele. Und fast alles hat überlebt, weil Barcelona sich weigerte, es wieder herzugeben. Las Arenas ist das erste Beispiel dafür. Überquer jetzt vorsichtig den Platz und geh auf die beiden roten Türme zu, die wie Wächter am Fuß des Berges stehen.

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