Font Màgica und die vier Säulen: Wasser, Licht und ein verbotenes Symbol

Why is it significant?

Jetzt stehst du am Rand eines riesigen, flachen Beckens, über dir eine Kaskade aus Treppen und Wasserstufen, ganz oben der Palast. Wenn das Wasser gerade ruht, sieht der Brunnen fast bescheiden aus, ein paar Düsen, ein paar Ringe aus Stein. Lass dich nicht täuschen.

Key Facts

PlaceFont Màgica und die vier Säulen: Wasser, Licht und ein verbotenes Symbol
AddressPlaça de Carles Buïgas 1, 08038 Barcelona, Spain
Geo Coordinates41.37120, 2.15170
Part of WalkMontjuïc in Barcelona: Weltausstellung 1929, Barcelona-Pavillon und Olympia
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Jetzt stehst du am Rand eines riesigen, flachen Beckens, über dir eine Kaskade aus Treppen und Wasserstufen, ganz oben der Palast. Wenn das Wasser gerade ruht, sieht der Brunnen fast bescheiden aus, ein paar Düsen, ein paar Ringe aus Stein. Lass dich nicht täuschen. Am Abend verwandelt sich dieses Becken in eines der beliebtesten Schauspiele der ganzen Stadt.

Die Font Màgica, der Magische Brunnen, ist das Werk von Carles Buïgas, einem Ingenieur, der von Licht und Wasser regelrecht besessen war. Für die Weltausstellung 1929 erdachte er ein System aus Pumpen, Düsen und farbigen Scheinwerfern, das Wasser in Fächer, Säulen und Schleier verwandelte. Gebaut wurde das alles in weniger als einem Jahr, mit Tausenden Arbeitern, damit am Eröffnungsabend alles rechtzeitig leuchtete.

Seit den Achtzigerjahren tanzt das Wasser außerdem zur Musik, und aus dem technischen Wunder von 1929 wurde ein Ritual für Sommerabende. Wenn du an einem Sommerabend hier stehst, mit Tausenden Menschen auf den Stufen, mit Kindern auf den Schultern ihrer Väter und Liebespaaren am Beckenrand, verstehst du, warum die Leute aus Barcelona diesen Brunnen trotz aller Touristen lieben. Er ist kitschig, laut und bunt... und er funktioniert jedes Mal.

Schau jetzt über den Brunnen hinweg den Hang hinauf. Dort ragen vier hohe, schlanke ionische Säulen in den Himmel, ohne Dach, ohne Tempel. Josep Puig i Cadafalch hatte sie 1919 errichten lassen, als Sinnbild für die vier roten Streifen der katalanischen Fahne. Für das Regime von Primo de Rivera war das zu viel Katalonien: 1928, kurz vor der Eröffnung der Ausstellung, ließ man sie abreißen.

Die Säulen standen also, als die Weltausstellung geplant wurde, und waren verschwunden, als sie eröffnete. Über achtzig Jahre lang wussten nur noch Historiker und alte Leute, dass es sie je gegeben hatte. Erst 2010 wurden sie neu errichtet, ganz in der Nähe ihres alten Standorts, und heute stehen sie da, als wären sie nie fort gewesen. Geh nun rechts am Brunnen vorbei zu einem flachen Gebäude aus Glas und Marmor, das man leicht übersieht. Es ist vielleicht der wichtigste Bau auf dem ganzen Berg.

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