Plaça de la Virreina: Die Witwe des Vizekönigs von Peru
Why is it significant?
Hier ist es plötzlich still. Ein Platz mit Bäumen und Bänken, eine helle Kirchenfassade aus Stein, ein paar Terrassen, an denen die Nachbarn ihren Vermut trinken.
Key Facts
| Place | Plaça de la Virreina: Die Witwe des Vizekönigs von Peru |
|---|---|
| Address | Plaça de la Virreina, 08024 Barcelona, Spain |
| Geo Coordinates | 41.40490, 2.15720 |
| Part of Walk | Gràcia in Barcelona: Plätze, Märkte, Casa Vicens und der Park Güell |
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Hier ist es plötzlich still. Ein Platz mit Bäumen und Bänken, eine helle Kirchenfassade aus Stein, ein paar Terrassen, an denen die Nachbarn ihren Vermut trinken. Die Plaça de la Virreina gehört zu den ruhigsten Plätzen von Gràcia, und ihr Name klingt, als gehöre er in ein Märchen: der Platz der Vizekönigin.
Gemeint ist, so heißt es, die Witwe von Manuel d'Amat i de Junyent, einem katalanischen Adligen, der im 18. Jahrhundert Vizekönig von Peru war. Nach Jahren in Lima kehrte er reich nach Barcelona zurück, heiratete eine viel jüngere Frau und ließ sich an der Rambla einen Palast bauen, den du vielleicht schon kennst: den Palau de la Virreina. Amat starb wenige Jahre später, und seine Witwe blieb als Virreina im Gedächtnis der Stadt, mit Besitz bis hinauf in die Felder von Gràcia.
Und jetzt die pikante Fußnote. In Lima hatte Amat eine berühmte Geliebte gehabt, eine Schauspielerin namens Micaela Villegas, die alle La Perricholi nannten. Ihre Liebesgeschichte war ein Skandal, über den man in Peru bis heute erzählt. Offenbach hat sogar eine Operette darüber komponiert, La Périchole. Eine Liebesaffäre aus Lima, ein Palast in Barcelona und ein stiller Platz in Gràcia, alles verbunden durch einen einzigen Mann.
Die Kirche am Platz ist Sant Joan de Gràcia, die Pfarrkirche des alten Dorfes. Sie wurde im 20. Jahrhundert in unruhigen Zeiten schwer beschädigt und wieder aufgebaut, wie viele Kirchen in Barcelona. Heute ist sie eher Kulisse für Hochzeiten und für Kinder, die auf den Stufen spielen. Und wenn die Glocken läuten, flattern die Tauben vom Dach auf und landen zwei Minuten später wieder genau dort, wo sie waren.
Wenn du Lust hast, setz dich ein paar Minuten. Gràcia lebt von solchen Pausen, und niemand hier hat es eilig. Danach geh weiter nach Norden durch die Gassen, bis du auf einem kleinen Platz einen Mann aus Bronze auf einer Bank sitzen siehst, der nachdenklich auf den Boden schaut.