Plaça del Diamant: Colometa, die Tauben und ein Bunker unter dem Platz
Why is it significant?
Ein kleiner, gepflasterter Platz, ein paar Bänke, Wäsche auf den Balkonen. Auf den ersten Blick ist hier nichts Besonderes. Und doch kennen Leser auf der ganzen Welt diesen Ort, ohne je hier gewesen zu sein, weil er in einem einzigen Buch eine Hauptrolle spielt.
Key Facts
| Place | Plaça del Diamant: Colometa, die Tauben und ein Bunker unter dem Platz |
|---|---|
| Address | Plaça del Diamant, 08012 Barcelona, Spain |
| Geo Coordinates | 41.40410, 2.15590 |
| Part of Walk | Gràcia in Barcelona: Plätze, Märkte, Casa Vicens und der Park Güell |
| Generated | Generated |
Ein kleiner, gepflasterter Platz, ein paar Bänke, Wäsche auf den Balkonen. Auf den ersten Blick ist hier nichts Besonderes. Und doch kennen Leser auf der ganzen Welt diesen Ort, ohne je hier gewesen zu sein, weil er in einem einzigen Buch eine Hauptrolle spielt. Such die Skulptur einer Frau, die mit ausgebreiteten Armen schreit, umgeben von Tauben.
Das ist Colometa, die Heldin des Romans La plaça del Diamant von Mercè Rodoreda, erschienen 1962. Auf Deutsch heißt er Auf der Plaça del Diamant. Der Roman beginnt genau hier, beim Tanz der Festa Major, des großen Sommerfests von Gràcia. Eine junge Frau namens Natàlia lernt einen selbstbewussten Mann kennen, Quimet, der ihr ungefragt einen neuen Namen gibt: Colometa, Täubchen.
Was folgt, ist das Leben einer einfachen Frau aus Gràcia durch Ehe, Armut, Bürgerkrieg und Hunger, erzählt in ihrer eigenen, schlichten, unvergesslichen Stimme. Rodoreda, die in Barcelona geboren wurde, schrieb das Buch im Exil in Genf, Jahrzehnte nachdem sie Katalonien verlassen hatte. Viele halten es für den wichtigsten katalanischen Roman des 20. Jahrhunderts, und er wurde in Dutzende Sprachen übersetzt.
Und unter deinen Füßen liegt noch eine zweite Geschichte. Während des Bürgerkriegs gruben die Nachbarn hier einen Luftschutzbunker, Gänge tief unter dem Platz, um sich vor den Bombenangriffen auf Barcelona zu schützen. Jahrzehntelang war er vergessen, erst 1992 stieß man bei Bauarbeiten wieder auf ihn. Colometa schreit also über genau den Tunneln, in denen sich Menschen wie sie damals versteckt haben.
Wenn du im August nach Gràcia kommst, verwandelt sich dieser Platz und mit ihm das ganze Viertel. Zur Festa Major schmücken die Nachbarn ihre Straßen seit dem 19. Jahrhundert mit selbstgebastelten Dekorationen aus Pappe, Plastik und Draht, und jede Straße will die schönste sein. Geh jetzt nach Südosten, durch die schmalen Gassen, bis zu einem langgestreckten Platz mit einem sehr langen Namen.