Palau Nacional und MNAC: Die geretteten Fresken der Pyrenäen
Why is it significant?
Dreh dich auf der Terrasse vor dem Palast um, bevor du ihn überhaupt ansiehst. Unter dir liegt alles, was du bisher gegangen bist: der Brunnen, die Allee, die roten Türme, die runde Arena, und dahinter die ganze Stadt bis zu den Hügeln der Collserola.
Key Facts
| Place | Palau Nacional und MNAC: Die geretteten Fresken der Pyrenäen |
|---|---|
| Address | Palau Nacional, Parc de Montjuïc, 08038 Barcelona, Spain |
| Geo Coordinates | 41.36860, 2.15350 |
| Part of Walk | Montjuïc in Barcelona: Weltausstellung 1929, Barcelona-Pavillon und Olympia |
| Generated | Generated |
Dreh dich auf der Terrasse vor dem Palast um, bevor du ihn überhaupt ansiehst. Unter dir liegt alles, was du bisher gegangen bist: der Brunnen, die Allee, die roten Türme, die runde Arena, und dahinter die ganze Stadt bis zu den Hügeln der Collserola. An klaren Tagen ist das einer der großzügigsten Blicke Barcelonas, und er kostet nichts als ein paar Treppenstufen.
Der Palau Nacional wurde als Hauptgebäude der Weltausstellung 1929 errichtet, mit einer mächtigen Kuppel und Türmen, die an große Barockbauten erinnern. In seinem riesigen Ovalen Saal wurde die Ausstellung feierlich eröffnet. Auch dieser Palast sollte eigentlich nur für ein paar Monate stehen. Doch wie so vieles auf diesem Berg blieb er, und 1934 zog das Museum der katalanischen Kunst ein. Heute heißt es Museu Nacional d'Art de Catalunya, kurz MNAC.
Sein größter Schatz klingt zunächst unspektakulär: romanische Wandmalereien aus kleinen Kirchen in den Pyrenäen. Aber diese Bilder aus dem 12. Jahrhundert gehören zu den bedeutendsten ihrer Art in ganz Europa. Der Christus Pantokrator aus Sant Climent de Taüll, einer Kirche, die 1123 geweiht wurde, schaut dich mit riesigen, mandelförmigen Augen an, streng und zugleich erstaunlich modern. Kein Wunder, dass Künstler des 20. Jahrhunderts in diesen flächigen Figuren ihre eigenen Ideen wiederzuerkennen glaubten.
Dass diese Bilder hier hängen und nicht in Amerika, verdankt Barcelona einer Rettungsaktion in letzter Minute. Um 1919 begannen Händler, ganze Apsiden aus den abgelegenen Bergkirchen zu kaufen, und die Malereien aus Santa Maria de Mur landeten tatsächlich in Boston. Die katalanischen Behörden reagierten: Italienische Restauratoren lösten mit einer Technik namens Strappo die Farbschicht von den Wänden, zogen sie auf Leinwand und brachten sie in die Stadt. So wanderten Wandbilder aus vielen Dorfkirchen ins Museum.
Wenn du später hineingehst, achte auf die Säle, in denen die Apsiden nachgebaut sind. Man steht darin wie in einer Dorfkirche, nur dass draußen nicht die Berge liegen, sondern eine Millionenstadt. Von hier geht es weiter, am Palast vorbei und bergauf zum Olympischen Ring, wo ein weißer Turm schräg in den Himmel ragt.