Carrer de Larrard: Aufstieg zur Muntanya Pelada

Why is it significant?

Die Straße steigt an, und du merkst es in den Waden. Links und rechts Läden mit Postkarten und Wasserflaschen, über dir ein Streifen Himmel, und ganz oben, am Ende der Steigung, ahnst du schon Bäume und eine Mauer mit bunten Medaillons.

Key Facts

PlaceCarrer de Larrard: Aufstieg zur Muntanya Pelada
AddressCarrer de Larrard, 08024 Barcelona, Spain
Geo Coordinates41.41060, 2.15610
Part of WalkGràcia in Barcelona: Plätze, Märkte, Casa Vicens und der Park Güell
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Die Straße steigt an, und du merkst es in den Waden. Links und rechts Läden mit Postkarten und Wasserflaschen, über dir ein Streifen Himmel, und ganz oben, am Ende der Steigung, ahnst du schon Bäume und eine Mauer mit bunten Medaillons. Die Carrer de Larrard ist der klassische Weg hinauf zum Park Güell, und die meisten gehen sie, ohne zu wissen, wem sie den Namen verdankt.

Als Eusebi Güell um 1899 dieses Gelände kaufte, sah der Hügel ganz anders aus. Die Leute nannten ihn Muntanya Pelada, den kahlen Berg: trockene Hänge, Steine und ein altes Landhaus, die Casa Larrard, nach der diese Straße heißt. Kein Ort, an dem man eine Zukunft vermutet hätte. Güell aber sah etwas anderes.

Güell war Textilindustrieller, einer der reichsten Männer Kataloniens, und vor allem Gaudís großer Förderer. Er kannte England gut und bewunderte die Idee der Gartenstadt: Wohnen im Grünen, mit Luft und Licht, fern vom Rauch der Fabriken. Auf diesem Hügel sollte eine solche Siedlung entstehen, für wohlhabende Familien, mit rund sechzig Grundstücken, Wegen, einem Markt und einem großen Platz. Er nannte sie Park Güell, mit englischem k, weil er an das englische Vorbild dachte.

Güell zog selbst in die Casa Larrard, die er umbauen ließ, und lebte dort bis zu seinem Tod 1918. Doch das Geschäft ging nicht auf. Der Hügel lag damals weit draußen, die Wege waren steil, die Bauregeln streng, und die Barceloniner mit Geld wohnten lieber in der neuen Eixample. Am Ende wurden nur zwei Häuser gebaut, und eines davon kaufte ausgerechnet Gaudí selbst.

Heute würde man sich um diese Grundstücke reißen, mit Blick über die ganze Stadt bis zum Meer. Damals wollte sie niemand, und genau deshalb gehört der Park jetzt allen. Geh weiter bergauf bis zum Ende der Straße und dann rechts an der Mauer entlang, bis zu zwei Häuschen mit Dächern, die aussehen wie mit Zuckerguss überzogen.

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