Sagrada Família, Geburtsfassade: Gaudís Vermächtnis

Why is it significant?

Geh zum Rand des Teiches auf der Plaça de Gaudí und schau zurück: Im Wasser spiegelt sich eine Fassade, die aussieht, als sei Stein geschmolzen und wieder erstarrt. Grotten, Eiszapfen, Palmen, Schildkröten, Engel mit Posaunen und mittendrin die Geburt Christi.

Key Facts

PlaceSagrada Família, Geburtsfassade: Gaudís Vermächtnis
AddressPlaça de Gaudí, Carrer de la Marina, 08013 Barcelona, Spain
Geo Coordinates41.40450, 2.17550
Part of WalkGaudí und der Modernisme in Barcelona: vom Passeig de Gràcia zur Sagrada Família
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Geh zum Rand des Teiches auf der Plaça de Gaudí und schau zurück: Im Wasser spiegelt sich eine Fassade, die aussieht, als sei Stein geschmolzen und wieder erstarrt. Grotten, Eiszapfen, Palmen, Schildkröten, Engel mit Posaunen und mittendrin die Geburt Christi. Das ist die Geburtsfassade, die einzige, die Gaudí selbst noch wachsen sah. Er begann mit ihr und nicht mit der Hauptfassade, damit die Menschen sahen, was hier entstehen sollte, und Spenden flossen.

Die Kirche begann gar nicht mit ihm. Der Grundstein wurde 1882 nach Plänen eines anderen Architekten gelegt, doch schon 1883 übernahm der 31-jährige Gaudí und warf fast alles um. Er widmete dem Bau den Rest seines Lebens, in den letzten Jahren ausschließlich, und schlief schließlich sogar in seiner Werkstatt auf der Baustelle.

Schau dir die Details an: Zwei Säulen der Fassade stehen auf Schildkröten, einer Land- und einer Meeresschildkröte, als Zeichen für das Beständige. Gaudí ließ Tiere, Pflanzen und sogar Menschen aus der Nachbarschaft abformen, um die Figuren so lebensnah wie möglich zu machen. Von den Türmen dieser Fassade erlebte er nur einen vollendet, den des heiligen Barnabas, 1925.

Am 7. Juni 1926 wurde Gaudí auf dem Weg zur Kirche von einer Straßenbahn erfasst. Ungepflegt und ärmlich gekleidet, wie er war, erkannte ihn zunächst niemand, und man brachte ihn in ein Armenkrankenhaus. Drei Tage später, am 10. Juni, starb er im Alter von 73 Jahren. Tausende Menschen folgten seinem Sarg, und er wurde in der Krypta dieser Kirche beigesetzt, unter dem Werk, das er nie vollenden konnte.

1936, zu Beginn des Bürgerkriegs, brannte seine Werkstatt, und viele Pläne und Gipsmodelle gingen verloren. Aus den Scherben haben Generationen von Architekten sein Werk weitergedacht. 2005 wurden diese Fassade und die Krypta UNESCO-Welterbe. Hier endet dein Spaziergang, vom Raster Cerdàs bis zu Gaudís Wald aus Stein. Bleib noch einen Moment am Wasser... die Kirche ist nicht fertig, aber in diesem Spiegelbild ist sie es schon.

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