Casa Macaya: der weiße Palast mit dem Radfahrer

Why is it significant?

Vor dir leuchtet eine weiße Fassade, überzogen mit feinen eingeritzten Ornamenten, darüber ein Erker aus Stein und Fenster mit gotischen Spitzbögen.

Key Facts

PlaceCasa Macaya: der weiße Palast mit dem Radfahrer
AddressPasseig de Sant Joan 108, 08037 Barcelona, Spain
Geo Coordinates41.39990, 2.16970
Part of WalkGaudí und der Modernisme in Barcelona: vom Passeig de Gràcia zur Sagrada Família
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Vor dir leuchtet eine weiße Fassade, überzogen mit feinen eingeritzten Ornamenten, darüber ein Erker aus Stein und Fenster mit gotischen Spitzbögen. Das ist die Casa Macaya, ein Stadtpalast am Passeig de Sant Joan, gebaut von 1898 bis 1901 für den Unternehmer Romà Macaya, und schon wieder von Josep Puig i Cadafalch. Er war in dieser Gegend wirklich überall. Auf dem Weg hierher bist du am Denkmal für Jacint Verdaguer vorbeigekommen, den Dichter, der im 19. Jahrhundert die katalanische Sprache wieder zur Literatursprache machte. Auch der Modernisme war Teil dieser Wiedergeburt, der Renaixença.

Die Technik der Fassade heißt Sgraffito. Man trägt mehrere Putzschichten auf und kratzt die obere weg, solange sie noch feucht ist, sodass Muster hervortreten. Das war eine alte Handwerkstechnik, die der Modernisme wiederentdeckte, billig, schnell und wunderschön. Du findest sie an vielen Häusern des Eixample, aber selten so strahlend wie hier.

Und jetzt such den Radfahrer. Zwischen den steinernen Kapitellen am Eingang hat der Bildhauer Eusebi Arnau neben Tieren und Figuren einen Mann auf einem Fahrrad gemeißelt. Die Geschichte geht, Arnau habe damit seinen eigenen Arbeitsweg verewigt, denn er fuhr mit dem Rad zur Baustelle, damals noch draußen am Rand der wachsenden Stadt. Ein Selbstporträt mit Augenzwinkern.

Wenn das Tor offen ist, wirf einen Blick in den Innenhof. Eine offene Treppe führt zum ersten Stock hinauf, genau wie in den gotischen Palästen der Altstadt. Puig i Cadafalch hat das mittelalterliche Stadthaus der Kaufleute in die neue Stadt verpflanzt, Hof, Treppe und alles. Heute gehört das Haus der Stiftung der Bank La Caixa und wird für Veranstaltungen genutzt.

Merkst du, wie anders das alles ist als bei Gaudí? Puig liebte die Geschichte und zitierte sie mit Eleganz. Gaudí wollte die Natur selbst nachbauen. Und genau zu dem Werk, in das Gaudí sein ganzes Leben steckte, gehst du jetzt. Folge den Straßen ein paar Blocks nach Nordosten: Du siehst die Türme schon über den Dächern.

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