Casa de les Punxes: das Märchenschloss an der Diagonal

Why is it significant?

Bleib hier stehen und zähl die Türme: Sechs sind es, rund, aus rotem Backstein, jeder mit einer spitzen Haube, die in den Himmel sticht. Die Barcelonesen nennen das Gebäude Casa de les Punxes, das Haus der Spitzen.

Key Facts

PlaceCasa de les Punxes: das Märchenschloss an der Diagonal
AddressAvinguda Diagonal 420, 08037 Barcelona, Spain
Geo Coordinates41.39800, 2.16400
Part of WalkGaudí und der Modernisme in Barcelona: vom Passeig de Gràcia zur Sagrada Família
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Bleib hier stehen und zähl die Türme: Sechs sind es, rund, aus rotem Backstein, jeder mit einer spitzen Haube, die in den Himmel sticht. Die Barcelonesen nennen das Gebäude Casa de les Punxes, das Haus der Spitzen. Offiziell heißt es Casa Terrades, und es könnte ebenso gut in Mitteleuropa stehen, an einem Flussufer, mit Rittern und Burgfräulein.

Gebaut hat es wieder Josep Puig i Cadafalch, zwischen 1903 und 1905, für drei Schwestern der Familie Terrades. Eigentlich sind es drei Häuser, eines für jede Schwester, aber Puig fasste sie hinter einer gemeinsamen Fassade zu einem einzigen Schloss zusammen. Er liebte die Gotik Nordeuropas, die steilen Giebel, die Backsteinburgen, und hier hat er ihr mitten im Eixample ein Denkmal gesetzt.

Such an der Fassade nach einem Keramikbild mit dem heiligen Georg und dem Drachen. Darunter steht auf Katalanisch eine Bitte an den Schutzpatron, Katalonien die Freiheit zurückzugeben. Zur Bauzeit war das ein deutliches politisches Statement, und der Satz hat über die Jahrzehnte immer wieder für Diskussionen gesorgt. Puig i Cadafalch machte aus seinen Überzeugungen nie ein Geheimnis.

Und dann diese seltsame Form des Grundstücks. Erinnerst du dich an Cerdàs gleichmäßiges Raster? Die Avinguda Diagonal schneidet es schräg, über mehr als zehn Kilometer quer durch die Stadt. Wo sie die quadratischen Blöcke durchtrennt, entstehen unregelmäßige Grundstücke, und genau so eines hat Puig hier bekommen. Statt sich zu ärgern, machte er daraus ein Schloss mit Türmen an den Ecken.

Ein Detail, das kaum jemand bemerkt: Die schmiedeeisernen Gitter und die Steinmetzarbeiten sind voller Pflanzenmotive, die man nur aus der Nähe erkennt. Das Märchen wird umso feiner, je näher man herantritt. Und die drei Schwestern? Jede bekam ihren eigenen Eingang, ihr eigenes Treppenhaus, ihr eigenes Reich hinter derselben Burgmauer. Folge nun der Diagonal weiter Richtung Osten bis zum Passeig de Sant Joan und geh dann ein paar Schritte den Boulevard entlang: Dort wartet ein schneeweißer Palast mit einem Radfahrer.

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