Zandhoek: Der Sandmarkt auf dem Realeneiland

Why is it significant?

Vor dir reiht sich am Wasser eine Zeile alter Häuser mit Treppen- und Halsgiebeln auf, davor ein Kai mit Hausbooten und Booten, hinter dir eine stille Straße mit Kopfsteinpflaster. Das ist der Zandhoek, die Sandecke, eine der schönsten und ruhigsten Ecken Amsterdams.

Key Facts

PlaceZandhoek: Der Sandmarkt auf dem Realeneiland
AddressZandhoek 14, 1013 KT Amsterdam, Netherlands
Geo Coordinates52.38810, 4.89000
Part of WalkAmsterdam jenseits der Grachten: Westerpark, Het Schip und die Amsterdamer Schule
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Vor dir reiht sich am Wasser eine Zeile alter Häuser mit Treppen- und Halsgiebeln auf, davor ein Kai mit Hausbooten und Booten, hinter dir eine stille Straße mit Kopfsteinpflaster. Das ist der Zandhoek, die Sandecke, eine der schönsten und ruhigsten Ecken Amsterdams.

Der Name verrät, womit hier gehandelt wurde: mit Sand. Schiffe, die ohne volle Ladung auslaufen mussten, brauchten Ballast, sonst lagen sie zu unruhig im Wasser, und den kauften sie genau hier, am Sandmarkt. Die Westlichen Inseln, auf denen du jetzt stehst, wurden Anfang des siebzehnten Jahrhunderts künstlich im IJ angelegt, als Hafen- und Gewerbegebiet direkt vor der Stadt. Diese hier heißt Realeneiland, nach der Kaufmannsfamilie Reael, der sie gehörte.

Das Haus an der Nordecke der Zeile trägt den Namen De Gouden Reael, der goldene Reael. Ein Reaal war eine Münze, und der Hausname spielt mit dem Namen der Insel. Solche Hausnamen und die dazugehörigen Giebelsteine waren die Adressen des siebzehnten Jahrhunderts. Statt einer Hausnummer sagte man: beim goldenen Reael, und jeder Fuhrmann wusste, wohin. Fortlaufende Hausnummern setzten sich in Amsterdam erst um 1800 durch, in der Zeit der Franzosen.

Im zwanzigsten Jahrhundert stand es schlecht um diese Häuser. Die Werften und Teersiedereien waren verschwunden, die Inseln verarmten, vieles verfiel. Erst Restaurierungen in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts retteten die Zeile, und so blieb hier einer der wenigen Hafenkais Amsterdams, an denen man das Goldene Zeitalter noch fast unverstellt sieht. Viele Häuser am Zandhoek stehen heute unter Denkmalschutz, und die Inseln, auf denen einst die Ärmsten des Hafens wohnten, gehören heute zu den gefragtesten Adressen der Stadt.

Bleib einen Moment an der Kaimauer stehen. Hier hörst du keine Straßenbahn, nur das Klappern von Takelage, Wasser an den Bootswänden und Möwen. Kaum zu glauben, dass das Gedränge der Innenstadt nur zwanzig Gehminuten entfernt ist. Geh nun am Wasser entlang Richtung Südwesten, bis zu einer schmalen Zugbrücke für Fußgänger.

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