Drieharingenbrug & Prinseneiland: Speicher am Wasser

Why is it significant?

Vor dir spannt sich eine schmale Zugbrücke über das Wasser, gerade breit genug für Fußgänger und Fahrräder, mit Balken, die sich zum Öffnen heben lassen. Das ist die Drieharingenbrug, die Brücke der drei Heringe, und sie führt hinüber auf das Prinseneiland. Woher der seltsame Name kommt?

Key Facts

PlaceDrieharingenbrug & Prinseneiland: Speicher am Wasser
AddressDrieharingenbrug, Prinseneiland, 1013 Amsterdam, Netherlands
Geo Coordinates52.38690, 4.88730
Part of WalkAmsterdam jenseits der Grachten: Westerpark, Het Schip und die Amsterdamer Schule
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Vor dir spannt sich eine schmale Zugbrücke über das Wasser, gerade breit genug für Fußgänger und Fahrräder, mit Balken, die sich zum Öffnen heben lassen. Das ist die Drieharingenbrug, die Brücke der drei Heringe, und sie führt hinüber auf das Prinseneiland.

Woher der seltsame Name kommt? Der Überlieferung nach stand in der Nähe ein Speicher mit dem Namen De Drie Haringen, die drei Heringe, und die Brücke erbte ihn. Hering war für Holland lange das, was Silber für Spanien war: Weil die Holländer den Fisch schon an Bord ausnahmen, salzten und in Fässer packten, beherrschten sie den Heringsfang in der Nordsee. Die heutige Brücke ist jünger als die Häuser ringsum, aber sie folgt dem alten Vorbild.

Auf dem Prinseneiland stehen noch viele Speicher aus dem siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert: hohe, schmale Häuser mit Holzläden statt Fenstern und einem Balken mit Haken ganz oben im Giebel. Über diesen Hissbalken wurden Säcke, Fässer und Ballen direkt von den Schiffen auf die Lagerböden gezogen. Getreide, Salz, Tabak, Teer, alles, was durch den Hafen ging, lagerte hier. Benannt ist die Insel nach den Prinzen von Oranien.

Ein paar Schritte von hier verläuft die Galgenstraat, die Galgenstraße. Von hier aus konnte man früher über das IJ hinweg bis zum Volewijck sehen, dem Richtplatz am Nordufer. Dort stellten die Amsterdamer die Leichen hingerichteter Verbrecher zur Schau, damit jeder Seemann, der in die Stadt kam, gleich wusste, wie streng hier das Recht war. Ein Galgen als Willkommensgruß: So funktionierte Abschreckung im siebzehnten Jahrhundert.

Im späten zwanzigsten Jahrhundert entdeckten Künstler und Handwerker die leeren Speicher. Sie bauten Ateliers und Wohnungen in die alten Lagerböden, und das Prinseneiland wurde zu einer der begehrtesten Adressen der Stadt, ohne seine Ruhe zu verlieren. Geh nun über die Insel nach Osten und über die nächste Brücke hinüber aufs Bickerseiland, die letzte Insel dieses Spaziergangs.

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