Houthavens & Pontsteiger: Vom Holzhafen zum Wohnviertel
Why is it significant?
Vor dir öffnet sich das Wasser des IJ, breit und grau, mit Fähren und Frachtkähnen, und hinter dir ragt ein markanter Wohnturm am Ende der Landzunge auf. Das ist der Pontsteiger, und er steht dort, wo Amsterdam früher sein Holz lagerte.
Key Facts
| Place | Houthavens & Pontsteiger: Vom Holzhafen zum Wohnviertel |
|---|---|
| Address | Pontsteiger, 1013 Amsterdam, Netherlands |
| Geo Coordinates | 52.39320, 4.88670 |
| Part of Walk | Amsterdam jenseits der Grachten: Westerpark, Het Schip und die Amsterdamer Schule |
| Generated | Generated |
Vor dir öffnet sich das Wasser des IJ, breit und grau, mit Fähren und Frachtkähnen, und hinter dir ragt ein markanter Wohnturm am Ende der Landzunge auf. Das ist der Pontsteiger, und er steht dort, wo Amsterdam früher sein Holz lagerte.
Der Houthaven, der Holzhafen, wurde in den 1870er Jahren angelegt, ungefähr zu der Zeit, als der neue Nordseekanal Amsterdam wieder einen direkten Weg zum Meer gab. Die Schiffe kamen aus Skandinavien und dem Baltikum, beladen mit Stämmen und Brettern. Lies die Straßennamen ringsum: Danzigerkade, Revaleiland, Libau-eiland, Haparandadam. Danzig ist das heutige Gdańsk, Reval das heutige Tallinn, Libau das lettische Liepāja, Haparanda eine Stadt in Nordschweden... ein ganzes Handelsnetz rund um die Ostsee, in Straßenschilder gegossen.
Und dieses Holz war für Amsterdam überlebenswichtig. Die ganze Stadt steht auf Pfählen, auf Millionen von Baumstämmen, die in den weichen Boden gerammt wurden. Im Hafen lagen die Stämme oft lange im Wasser, zu großen Flößen zusammengebunden, denn unter Wasser trocknen sie nicht aus und reißen nicht. Hafenarbeiter balancierten darüber, mit langen Haken in der Hand. Ein gefährlicher Job über kaltem Wasser. Schon der Königspalast am Dam ruht auf mehr als dreizehntausend solcher Pfähle, eingerammt im siebzehnten Jahrhundert.
Im zwanzigsten Jahrhundert wanderte der Holzhandel in größere Häfen weiter westlich ab, und das Becken verlor seine Aufgabe. Dann entschied die Stadt, hier zu bauen: Seit den 2010er Jahren entsteht auf alten Kais und neu angelegten Inseln ein ganzes Wohnviertel, mit Brücken, Gärten und Wohnungen direkt am Wasser. Der Pontsteiger ist sein Wahrzeichen, und aus seinen oberen Etagen blickt man über das IJ bis weit nach Amsterdam-Noord.
Von hier bis zu Michel de Klerks Arbeiterpalästen sind es nur ein paar hundert Meter, und doch liegt ein ganzes Jahrhundert Wohnungsbau dazwischen: damals Backstein und Gemeinschaftshof, heute Glas, Panoramafenster und Wasserblick. Geh nun nach Süden, über den Barentszplein und hinüber auf die Westlichen Inseln. Dort, am Zandhoek, beginnt das siebzehnte Jahrhundert.