Zaanhof: Ein Dorf mitten im Arbeiterviertel

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Tritt durch den Durchgang in den Hof, und auf einmal ist die Großstadt verschwunden. Vor dir liegt ein grüner Innenhof, ringsum steile Dächer, Gauben und kleine Fenster, ein Ensemble, das eher an ein Dorf erinnert als an ein Arbeiterviertel. Willkommen im Zaanhof.

Key Facts

PlaceZaanhof: Ein Dorf mitten im Arbeiterviertel
AddressZaanhof, 1013 Amsterdam, Netherlands
Geo Coordinates52.39210, 4.87240
Part of WalkAmsterdam jenseits der Grachten: Westerpark, Het Schip und die Amsterdamer Schule
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Tritt durch den Durchgang in den Hof, und auf einmal ist die Großstadt verschwunden. Vor dir liegt ein grüner Innenhof, ringsum steile Dächer, Gauben und kleine Fenster, ein Ensemble, das eher an ein Dorf erinnert als an ein Arbeiterviertel. Willkommen im Zaanhof.

Entworfen hat ihn der Architekt Herman Walenkamp, gebaut wurde er um 1919, in den schwierigen Jahren am Ende des Ersten Weltkriegs, als Baumaterial knapp und die Wohnungsnot riesig war. Walenkamp griff auf ein uraltes Amsterdamer Modell zurück: das Hofje, den stillen Innenhof, um den sich seit dem Mittelalter fromme Stiftungen für alte Frauen gruppierten. Nur dass hier keine Witwen einzogen, sondern Arbeiterfamilien mit Kindern.

Um zu verstehen, wie radikal das war, musst du wissen, wie viele dieser Familien vorher lebten. In der Altstadt und im Jordaan hausten sie oft in feuchten Kellerwohnungen und Hinterhäusern, zu sechst oder zu acht in einem Raum, mit einer Pumpe auf dem Hof und einem Abort für viele Parteien. Cholera und Tuberkulose waren Alltag. 1901 verabschiedete das Parlament deshalb das Wohnungsgesetz, die Woningwet. Es erlaubte Gemeinden, Elendsquartiere für unbewohnbar zu erklären, und gab Wohnungsbaugenossenschaften günstige Kredite vom Staat.

Und die Stadt und die Genossenschaften bauten damit nicht einfach billig, sondern mit Anspruch. Schau dir die Details an: das Spiel der Dächer, die sorgfältig gemauerten Ziegel, die Art, wie der Garten die Wohnungen umarmt. Der Hof sollte Gemeinschaft stiften. Kinder sollten im Grünen spielen, Nachbarn sich begegnen. Wer hier einzog, bekam oft zum ersten Mal im Leben Licht, Luft und einen Blick ins Grüne.

Es gibt hier kein Museum und keinen Kiosk, nur Menschen, die hier ganz normal wohnen. Bleib also leise und genieß die Ruhe, die dieser Hof seit über hundert Jahren bewahrt. Dann geh hinaus und ein paar Schritte nach Südosten, zur Oostzaanstraat. Dort wartet ein Gebäude, das Architekten in aller Welt kennen... und das seine Bewohner nach einem Schiff benannt haben.

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