Spaarndammerstraat: Das Dorf hinter dem Bahndamm

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Um dich herum summt der Alltag: Fahrräder mit Kindersitzen, kleine Läden, Nachbarn, die sich über die Straße hinweg grüßen. Die Spaarndammerstraat ist keine Sehenswürdigkeit im üblichen Sinn. Sie ist die Hauptstraße eines Viertels, das sich bis heute ein bisschen wie ein Dorf anfühlt.

Key Facts

PlaceSpaarndammerstraat: Das Dorf hinter dem Bahndamm
AddressSpaarndammerstraat, 1013 Amsterdam, Netherlands
Geo Coordinates52.38970, 4.87950
Part of WalkAmsterdam jenseits der Grachten: Westerpark, Het Schip und die Amsterdamer Schule
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Um dich herum summt der Alltag: Fahrräder mit Kindersitzen, kleine Läden, Nachbarn, die sich über die Straße hinweg grüßen. Die Spaarndammerstraat ist keine Sehenswürdigkeit im üblichen Sinn. Sie ist die Hauptstraße eines Viertels, das sich bis heute ein bisschen wie ein Dorf anfühlt.

Dass es so ist, hat mit der Lage zu tun. Die Spaarndammerbuurt entstand um 1900 am damaligen Rand der Stadt, eingeklemmt zwischen dem Bahndamm und den Häfen am IJ. Wer hier wohnte, arbeitete meist gleich nebenan: im Holzhafen, auf den Werften, bei der Eisenbahn, in der Gasfabrik. Man kannte sich, man war unter sich, und das schweißte zusammen. Der Bahndamm war eine Grenze, und hinter ihr wuchs eine eigene kleine Welt.

Viele Häuser im Westen Amsterdams wurden damals schnell und billig hochgezogen, als Spekulationsobjekte, und waren bald in schlechtem Zustand. Die Blöcke der Amsterdamer Schule, die du gerade gesehen hast, waren die Antwort darauf. Nach dem Zweiten Weltkrieg aber verloren die Häfen an Bedeutung, Arbeit verschwand, Häuser wurden feucht und eng. In den 1960er und 70er Jahren dachten Planer in Amsterdam darüber nach, ganze alte Arbeiterviertel abzureißen und durch moderne Großsiedlungen zu ersetzen.

Dagegen wehrten sich die Bewohner, und zwar mit Erfolg. Unter dem Motto bouwen voor de buurt, Bauen für das Viertel, setzte Amsterdam in den 1970er und 80er Jahren auf Stadterneuerung statt Kahlschlag: Alte Häuser wurden saniert, neue in die Lücken gesetzt, und die Menschen, die hier lebten, sollten bleiben dürfen. Deshalb ist die Spaarndammerbuurt heute keine Retortensiedlung, sondern ein gewachsenes Viertel, in dem Generationen nebeneinander wohnen.

Schau auch hier ab und zu nach oben: An Ecken und Erkern findest du immer wieder eine geschwungene Linie, eine Ziegelrosette, ein verspieltes Detail, das die Amsterdamer Schule im ganzen Viertel hinterlassen hat. Folge der Straße nun nach Norden bis zur Tasmanstraat und dann weiter Richtung Wasser. Dort, wo früher Baumstämme im Hafenbecken schwammen, wachsen heute Wohntürme.

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