Spaarndammerplantsoen: Wo die Amsterdamer Schule begann

Why is it significant?

Du stehst an einem kleinen grünen Platz, umrahmt von Backsteinfassaden, die einander gegenüberstehen wie Kulissen auf einer Theaterbühne: Erker, die wie Schwalbennester an der Wand kleben, lange Reihen schmaler Fenster, Dächer, die tief herunterziehen.

Key Facts

PlaceSpaarndammerplantsoen: Wo die Amsterdamer Schule begann
AddressSpaarndammerplantsoen, 1013 Amsterdam, Netherlands
Geo Coordinates52.38980, 4.87550
Part of WalkAmsterdam jenseits der Grachten: Westerpark, Het Schip und die Amsterdamer Schule
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Du stehst an einem kleinen grünen Platz, umrahmt von Backsteinfassaden, die einander gegenüberstehen wie Kulissen auf einer Theaterbühne: Erker, die wie Schwalbennester an der Wand kleben, lange Reihen schmaler Fenster, Dächer, die tief herunterziehen. Hier, am Spaarndammerplantsoen, hat Michel de Klerk seine Handschrift gefunden.

Die ersten Blöcke an diesem Platz entstanden ab 1913, und zwar nicht für eine Genossenschaft, sondern für einen privaten Bauunternehmer namens Klaas Hille. Der wollte Mietshäuser bauen und vermieten, ganz normales Geschäft. Aber er ließ den jungen De Klerk machen, und der verwandelte gewöhnliche Mietblöcke in etwas, das man in Amsterdam noch nie gesehen hatte. Erst danach kam die Genossenschaft Eigen Haard ins Spiel, mit dem Auftrag für das Schiff hinter dir.

Achte auf die Ziegel. Die Amsterdamer Schule behandelte Backstein wie Stoff: Er wird gefaltet, gerafft, in Wellen gelegt. Typisch sind auch die Sprossenfenster mit vielen kleinen Scheiben und die Art, wie ein ganzer Straßenblock zu einer einzigen großen Skulptur verschmilzt, statt aus einzelnen Häusern zu bestehen. Das war neu und provozierend, denn in Amsterdam hatte seit Jahrhunderten jedes Haus seine eigene Fassade und seinen eigenen Giebel. Hier dagegen ist nichts von der Stange, jede Rundung ist Handarbeit eines Maurers.

Die Bewegung hatte mächtige Freunde. Die Stadt richtete einen eigenen Wohnungsdienst ein und ließ Fassaden von einer Schönheitskommission begutachten. Sozialdemokratische Politiker wie der Beigeordnete Floor Wibaut sahen im schönen Arbeiterhaus ein politisches Programm: Wer gut wohnt, so die Idee, wird ein selbstbewusster Bürger. Für Architekten war das ein Traum. In den folgenden Jahren entstanden in ganz Amsterdam Tausende solcher Wohnungen.

Bevor du weitergehst, mach ein kleines Experiment: Zähl, wie viele verschiedene Fensterformen du von hier aus siehst. Du wirst nicht so schnell fertig. Dann verlass den Platz nach Osten, zur Spaarndammerstraat, der Hauptstraße des Viertels. Dort zeigt sich, wie das Leben zwischen all diesen Ziegeln eigentlich aussieht.

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