Der Gashouder: Ein Gasspeicher wird zur Bühne
Why is it significant?
Vor dir ragt ein gewaltiger Ring aus Backstein auf, rund wie ein Zirkus, gekrönt von einem Dach aus filigranen Stahlträgern. Das ist der Gashouder, der Gasbehälter der alten Fabrik... und in seinem Inneren wurden schon Konzerte, Theaterstücke, Messen und endlose Technonächte gefeiert.
Key Facts
| Place | Der Gashouder: Ein Gasspeicher wird zur Bühne |
|---|---|
| Address | Klönneplein 1, 1014 DD Amsterdam, Netherlands |
| Geo Coordinates | 52.38700, 4.87020 |
| Part of Walk | Amsterdam jenseits der Grachten: Westerpark, Het Schip und die Amsterdamer Schule |
| Generated | Generated |
Vor dir ragt ein gewaltiger Ring aus Backstein auf, rund wie ein Zirkus, gekrönt von einem Dach aus filigranen Stahlträgern. Das ist der Gashouder, der Gasbehälter der alten Fabrik... und in seinem Inneren wurden schon Konzerte, Theaterstücke, Messen und endlose Technonächte gefeiert.
Gebaut wurde er um 1902, nachdem die Stadt das Gaswerk übernommen hatte und mehr Speicherplatz brauchte. Das Prinzip war einfach und genial: In einem riesigen Wasserbecken saß eine Glocke aus Stahl, die mit dem Gas stieg und sank. War viel Gas da, hob sich die Glocke. Abends, wenn überall die Laternen angingen, sank sie langsam ab. Die Backsteinwand, die du siehst, war nur die Hülle für dieses atmende Ungetüm. Solche Gasbehälter standen damals in vielen Städten Europas. Die meisten sind längst verschwunden, dieser hier hat überlebt.
Als die Fabrik schloss, war ihr Gelände eines der am stärksten belasteten Grundstücke Amsterdams. Teer und andere Rückstände steckten tief im Boden. Jahrzehntelang dienten die Hallen als Lager und Werkstätten, und in den 1990er Jahren zogen Künstler, Theatergruppen und Partyveranstalter ein, oft provisorisch, oft improvisiert, und gaben dem Ort einen neuen Ruf.
Dann gewann die amerikanische Landschaftsarchitektin Kathryn Gustafson einen Wettbewerb für das Gelände, und ihr Entwurf drehte die Logik um. Statt den belasteten Boden komplett abzutragen, wurde er großteils abgedeckt und darüber eine neue Landschaft modelliert, mit Wasserbecken, Wiesen, Wegen und Hügeln. Anfang der 2000er Jahre war der Park fertig. Ein Teil der Geschichte liegt also noch unter deinen Füßen... sicher verpackt.
Für Architekturfreunde ist das hier eine Lektion in Umnutzung, lange bevor das Wort in Mode kam: Nichts Wesentliches wurde abgerissen, alles neu gedacht. Und es ist der passende Auftakt für das, was jetzt kommt. Geh nach Norden, unter dem Bahndamm hindurch, in die Spaarndammerbuurt. Dort warten Häuser, die ihre Bewohner einst Paläste nannten... zuerst ein stiller Hof, der aussieht wie ein Dorf.