Oosterkerk: Die Kirche der Seeleute und Werftarbeiter

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Auf einem kleinen Platz steht eine kräftige Backsteinkirche mit hellen Sandsteinkanten, vier gleich langen Armen und einem schlanken Türmchen in der Mitte des Daches. Das ist die Oosterkerk, die Ostkirche, gebaut zwischen 1669 und 1671.

Key Facts

PlaceOosterkerk: Die Kirche der Seeleute und Werftarbeiter
AddressKleine Wittenburgerstraat 3, 1018 LS Amsterdam, Netherlands
Geo Coordinates52.37000, 4.91930
Part of WalkAmsterdam und die VOC: Hafen, Handel und die Schattenseite des Goldenen Zeitalters
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Auf einem kleinen Platz steht eine kräftige Backsteinkirche mit hellen Sandsteinkanten, vier gleich langen Armen und einem schlanken Türmchen in der Mitte des Daches. Das ist die Oosterkerk, die Ostkirche, gebaut zwischen 1669 und 1671. Ihr Architekt war Daniël Stalpaert, derselbe Mann, der das Seemagazin der Admiralität entworfen hat, an dem du vorhin vorbeigekommen bist.

Die Kirche wurde für die Menschen der neuen Inseln gebaut, für Zimmerleute, Seiler, Matrosen und ihre Familien. Der Grundriss als griechisches Kreuz war typisch für die protestantischen Kirchen jener Zeit: Die Kanzel rückte in die Mitte, jeder sollte das Wort gut hören. Stalpaert war Stadtbaumeister, und er baute zügig und solide, für eine Gemeinde, die mit den Werften wuchs und wuchs. Prunk brauchte es nicht. Wer hier saß, hatte Teer an den Händen und Schwielen vom Beil.

Und viele Bänke blieben leer, weil die Männer auf See waren, oft jahrelang. Eine Reise nach Batavia und zurück dauerte kaum unter zwei Jahren, und ein großer Teil der Männer, die mit der VOC fuhren, kehrte nie zurück. Skorbut, Fieber, Schiffbruch, Kämpfe. Viele starben schon auf der Hinreise, lange bevor sie Asien überhaupt sahen. Die Frauen auf diesen Inseln führten die Haushalte allein, und viele wurden Witwen, ohne es monatelang zu wissen.

Damit die Familien nicht verhungerten, gab es den Maandbrief, den Monatsbrief. Ein Seemann konnte bei der Anmusterung festlegen, dass seine Frau während seiner Abwesenheit regelmäßig einen Teil seines Lohns abholen durfte. Kam dann die Nachricht von seinem Tod, endeten die Zahlungen. Die Witwen blieben mit Kindern zurück, und die Armenpflege der Kirche war oft das Einzige, was ihnen half.

Heute wird die Oosterkerk nicht mehr als Gemeindekirche genutzt, sondern für Konzerte und Begegnungen. Wenn du still stehst, kannst du dir vorstellen, wie sonntags die Familien der Werftarbeiter über diesen Platz kamen. Die Inseln waren eine Welt für sich, mit eigenen Kneipen, eigenen Festen und einem eigenen Stolz. Geh nun weiter nach Osten, über die Brücke hinüber nach Oostenburg, die Insel, die einmal ganz der VOC gehörte.

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